Hanau und Main-Kinzig
Berichte und Bilder von allen wichtigen Ereignissen im Main-Kinzig-Kreis

11. Oktober 2012

SPD Hanau: "Zu sehr auf Leih- und Zeitarbeit gesetzt"

Sascha Raabe (SPD) ist seit 2002 Bundestagsabgeordneter und entwicklungspolitischer Sprecher.  Foto: R. Oeser

Der SPD-Bundestagsabgeordnete und entwicklungspolitische Sprecher der Fraktion, Sascha Raabe, blickt auf zehn Jahre als Bundestagsabgeordneter zurück und nennt Themen für den Wahlkampf.

Drucken per Mail

Ja, er habe einige Fehler gemacht in seiner Zeit als Bundestagsabgeordneter, sagt Sascha Raabe (SPD). „Es war richtig, vor zehn Jahren die Arbeitsmarktreformen Agenda 2010 durchzusetzen.“ Aber: „Wir haben zu sehr auf Leih- und Zeitarbeit gesetzt.“ Heute würde er, im Unterschied zu damals, eher gegen Gesetze stimmen und sie notfalls zum Platzen bringen, so Raabe.

Seit zehn Jahren vertritt Raabe als Abgeordneter in Berlin Hanau und den Main-Kinzig-Kreis; gestern blickte der entwicklungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion zurück. Als Erfolg verbucht er für sich unter anderem, „dass ich mit Landrat Erich Pipa erreicht habe, dass Langzeitarbeitslose direkt von den Kommunen betreut werden“. Zudem habe er dazu beigetragen, die Gewerbesteuer zu erhalten, und den Lückenschluss der A66 vorangetrieben.

Fluglärm und Demografie

Im Bundestagswahlkampf 2013 will sich Raabe neben dem Fluglärm im Kreis vor allem den Herausforderungen des demografischen Wandels widmen, etwa dem Fachkräftemangel und der Altersarmut: „Wir brauchen jetzt höhere Löhne, damit mehr Geld ins Sozialsystem fließt.“ Darüber hinaus fordert er mehr Geld für die Kommunen, damit diese bessere Betreuungsmöglichkeiten für Kinder schaffen können.

Seine Gegner im Wahlkampf wolle er nicht angreifen, sagt Raabe, kann sich Spitzen gegen die CDU-Kandidatin Katja Leikert aber nicht verkneifen: „Ich habe gehört, dass sie sich politisch engagiert, weil die Kinderbetreuung in ihrem Wohnort Bruchköbel schlecht ist. Die CDU ist dort an der Macht und somit zuständig.“ Vielleicht sei Leikert der falschen Partei beigetreten.

Was sich grundsätzlich verändert habe in den vergangenen zehn Jahren? Das Tempo in der Politik habe sich enorm verschärft: „Vor Abstimmungen, etwa zum Euro, müssen Abgeordnete innerhalb kürzester Zeit hochkomplexe Gesetzespläne beurteilen; und die Medien fordern fast im Minutentakt Stellungnahmen.“ Die Volksvertreter bräuchten „mehr Zeit und Mitarbeiter“, damit der Bundestag nicht Gefahr laufe, zu einem Scheinparlament zu verkommen. (gha.)

Jetzt kommentieren

Übersicht

Wir informieren Sie aus der ganzen Region. Nachrichten aus Ihrer Stadt können Sie als Newsfeed abonnieren - klicken Sie bitte auf das orange Symbol.

Frankfurt

Rhein-Main

Bad Homburg, Hochtaunus

Bad Vilbel, Wetterau

Darmstadt

Kreis Groß Gerau

Hanau, Main-Kinzig

Main-Taunus

Offenbach

Kreis Offenbach

Wiesbaden

Anzeigenmarkt
Twitter
Umfrage

Die FR möchte auch nach wissenschaftlichen Maßstäben das Gerechtigkeitsempfinden erforschen. Dabei setzen wir auf Sie, liebe Leserinnen und Leser - und Ihre Beteiligung an einer wissenschaftliche Studie der Universität Köln.

Top Stellenangebote
Online-Kataloge
Anzeige
Sonderheft

Die Siebziger sind die Frankfurter Jahre. Von hier aus strahlt in die Republik, was das Jahrzehnt bestimmt: das Aufbegehren der Jugend, der Häuserkampf in und ums Westend, die terroristische Bedrohung der RAF - und die Flügelzange der Eintracht mit Grabowski und Hölzenbein.

FR-Geschichte: 70er Jahre in Frankfurt

Unser Sonderheft blickt zurück, dokumentiert Originaltexte und zeigt das Jahrzehnt in Bildern.

Spezial

Der Wiederaufbau nach dem Krieg war schnell und lieblos. Nun wagt sich die Stadt an eine umfassende, mutige Stadtreparatur.

Spezial

Eines der größten Kohlekraftwerke der Welt in Großkrotzenburg am Main?

ANZEIGE
- Partner