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13. Dezember 2012

US-Immobilie Old-Argonner-Kaserne: Wohnen mit Schafott

 Von Pamela Dörhöfer
Die riesige Pioneer-Kaserne steht seit dem Abzug der US-Armee vor vier Jahren leer.  Foto: Renate Hoyer

Der Verkauf der Old-Argonner-Kaserne in Wolfgang verzögert sich. OB Claus Kaminsky rechnet jedoch damit, dass auf der ehemaligen US-Militärfläche im Frühjahr 2014 die Bagger anrollen. Vier Investorengruppen bewerben sich um das Gelände.

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Die Old-Argonner-Kaserne in Wolfgang wird voraussichtlich erst im Januar oder Februar nächsten Jahres an einen Investor verkauft. Das teilte Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) am Dienstagabend beim Bürgertreff Wolfgang mit. Er rechnet mit einem Baubeginn im Frühjahr 2014. Im September war die Stadt noch davon ausgegangen, dass das ehemalige Areal der US-Armee bereits in diesem Jahr einen neuen Eigentümer findet. Seit dem Abzug der Amerikaner gehören die früheren Militärflächen der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, das Planungsrecht liegt bei der Stadt.

Für das 113.000 Quadratmeter große Old-Argonner-Gelände haben sich vier Investorengruppen beworben, sagt Uwe Niemeyer vom Konversionsbüro der Stadt. Alle verfügten bereits über Erfahrung bei der Sanierung denkmalgeschützter Kasernengebäude. Einer dieser Bieter habe „besonders überzeugt“, die Verkaufsverhandlungen verliefen jedoch „zäher als erhofft“. Der Investor, der voraussichtlich den Zuschlag erhält, will laut Niemeyer nahezu alle bestehenden Gebäude erhalten und sanieren. Geplant sei „höherwertiges Wohnen“ im Stil der bereits entwickelten Yorkhof-Kaserne im Lamboy, wo in den Baudenkmälern schicke Eigentumsdomizile entstanden sind.

Schafott soll erlebbar werden

Auch in Old Argonner stehen fünf imposante denkmalgeschützte Gebäude, die 1937/38 für das dritte Eisenbahnregiment der Wehrmacht errichtet wurden. Die einstige Housing Area – in Häusern jüngeren Datums – umfasste rund 150 zum Teil riesige Wohnungen. Künftig sollen es 220 werden, sie erhalten Balkone und werden künftig auch über Aufzüge erreichbar sein. Im Südwesten des Geländes, wo der Lärmpegel durch die Güterzüge auf den nahen Schienensträngen besonders hoch ist, soll „nicht störendes Gewerbe“ entstehen. Eine Attraktion eigener Art ist in Old Argonner das historische Schafott. Es soll künftig „erlebbar werden“, sagt Niemeyer. Klingt makaber, heißt aber nur: Es sollen Wege hin zu dieser kuriosen Sehenswürdigkeit führen und der Platz drumherum freigeräumt werden.

Während eine neue Nutzung für Old Argonner absehbar ist, bleibt die Zukunft der Pioneer-Kaserne in Wolfgang vorerst ungewiss. Mit 40 Hektar war sie die größte Kaserne der Amerikaner in Hanau. Derzeit sind verschiedene Gutachten in Arbeit, die sich mit Themen wie Verträglichkeit für die Gesamtstadt, Verkehr, Lärm, Denkmal- und Naturschutz beschäftigen.

Mehr Einwohner für Wolfgang

Denkbar seien „Mischformen aus Wohnen und Gewerbe“, auch ein Industrie- und Logistikzentrum sei dort möglich, sagt Niemeyer. Eine Nachnutzung für Pioneer zu finden sei schwieriger als bei anderen Kasernen, weil das Areal komplex ist und aus verschiedenartigen Flächen besteht. Nur eines ist bislang klar: Der große Wohnungsbestand der Pioneer Housing soll nicht auf den Markt kommen: „Das würde den Hanauer Wohnungsmarkt überstrapazieren“, sagt Niemeyer.

Seit dem Abzug der Army Ende 2008 wurde mehr als die Hälfte der ehemals zwölf Standorte entwickelt, die meisten davon im Lamboy. In Wolfgang wurde aus der New-Argonner-Kaserne das neue Wohngebiet Argonnerpark. Seither ist die Zahl der Einwohner des Stadtteils von 1600 im Jahr 2010 auf 2300 gewachsen.

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