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Aids-Hilfe Hanau: Ärztekammer will aufklären

Die Landeszahnärztekammer Hessen reagiert auf einen FR-Bericht zur Behandlung von Aids-Patienten. Viele werden nicht behandelt, wenn sie ihre Erkrankung angeben. Von Ute Vetter

Die Aids-Hilfe Hanau hat rund 150 allgemeinmedizinische Praxen sowie 200 Zahnarztpraxen jeweils in Hanau und im Main-Kinzig-Kreis befragt, doch nur elf Allgemein- und 22 Zahnärzte antworteten dann tatsächlich. Die Ergebnisse haben laut Dieter Nolte, Vorstandsmitglied der Landeszahnärztekammer, gezeigt, dass zumindest in einigen Praxen dieser Region noch Aufklärungsbedarf besteht.
Die Aids-Hilfe Hanau hat rund 150 allgemeinmedizinische Praxen sowie 200 Zahnarztpraxen jeweils in Hanau und im Main-Kinzig-Kreis befragt, doch nur elf Allgemein- und 22 Zahnärzte antworteten dann tatsächlich. Die Ergebnisse haben laut Dieter Nolte, Vorstandsmitglied der Landeszahnärztekammer, gezeigt, "dass zumindest in einigen Praxen dieser Region noch Aufklärungsbedarf besteht".
Foto: dpa

Auf den Bericht der Frankfurter Rundschau "Ärzte zeigen Scheu vor Aids" reagierte jetzt Dieter Nolte, Vorstandsmitglied der Landeszahnärztekammer Hessen und niedergelassener Zahnarzt in Hanau, mit einer Stellungnahme.

Wie berichtet, hatten einige niedergelassene Allgemein- und Zahnmediziner aus Hanau und dem Main-Kinzig-Kreis auf eine Ärzteumfrage des Vereins "Aids-Hilfe Hanau und Main-Kinzig-Kreis" mit "Ekel, Abscheu und Abwehr" reagiert.

Es ging um die Frage, ob sie HIV- und Aids-Kranke behandeln würden. Aufgrund dieser Informationen durch den Verein "wird sich jetzt die Landeszahnärztekammer Hessen des Themas annehmen", betont Dieter Nolte.

Burkhard Ruwe, Vorsitzender des Vereins Aids-Hilfe, hatte die Umfrage vor rund einem halben Jahr initiiert, "weil wir immer wieder Anfragen von Menschen mit HIV und/oder Hepatitis bekamen, die auf der Suche nach Ärzten, insbesondere Zahnärzten waren". Sobald die Kranken in den Praxen jedoch von ihrer Infektion berichteten, seien sie entweder nicht behandelt worden oder hätten keine weiteren Termine mehr bekommen.

Beim Zahnarzt herrscht ein hoher Hygienestandard

Nolte sieht hier "falsche Angst". Die zahnärztliche Behandlung sei eine der wenigen ärztlichen Disziplinen im ambulanten Bereich, bei der chirurgische Eingriffe an der Tagesordnung seien. "Es fließen Körperflüssigkeiten wie Blut und Speichel, die Viren und Infektionen jeglicher Art übertragen könnten - die Betonung liegt auf könnten!" Dass es in der täglichen Arbeit in einer Zahnarztpraxis beim Konjunktiv bleibe, sei dem außergewöhnlich hohen Hygienestandard in Hessens Zahnarztpraxen zu verdanken.

Der Gesetzgeber habe vor fünf Jahren mit der Hygienerichtlinie des Robert-Koch-Instituts (RKI) die Hygieneanforderungen in Zahnarztpraxen sogar noch weiter erhöht, erklärt der Zahnmediziner weiter. Mit speziellen Hochleistungssterilisatoren für Instrumente, Einmalverwendung von Spritzen, Kanülen und Handschuhen, Schutzmasken und Brillen sowie dem regelmäßigem Einsatz von Desinfektionsmitteln hätten Viren generell keine Chance. Nolte: "Daher ist ein an HIV erkrankter Mensch ein Patient wie jeder andere auch. Die meisten Zahnärzte und deren Mitarbeiterinnen wissen dies auch!"

Die Aids-Hilfe hatte rund 150 allgemeinmedizinische Praxen sowie 200 Zahnarztpraxen jeweils in Hanau und im Main-Kinzig-Kreis befragt, doch nur elf Allgemein- und 22 Zahnärzte antworteten dann tatsächlich. Die Ergebnisse haben laut Nolte gezeigt, "dass zumindest in einigen Praxen dieser Region noch Aufklärungsbedarf besteht".

Nolte stellt sich für die Landeszahnärztekammer dennoch eindeutig vor seine Zunft: "Zahnmediziner unter Generalverdacht zu stellen, wäre zu kurz gedacht angesichts des geringen Umfragerücklaufs von 22 Zahnärzten in Hanau und der Region gegenüber rund 4300 niedergelassenen Zahnmedizinern in Hessen."

Autor:  Ute Vetter
Datum:  26 | 3 | 2010
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