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Postcarré: Bei den Großen läuft es gut

Seit einem halben Jahr hat das Einkaufszentrum Postcarré auf dem früheren Schlachthof-Gelände geöffnet. Die Händler sind unterschiedlich zufrieden. Immerhin: Die befürchteten Probleme mit Dauerparken sind ausgeblieben.

Einkauf im Post-Carré
Einkauf im Post-Carré
Foto: Monika Müller

Vor dem Einkaufszentrum Postcarré sind alle ebenerdigen Parkplätze belegt, wie fast immer. In den Märkten und kleineren Geschäften ist der Betrieb überschaubar, es gibt keine Warteschlangen, aber gähnende Leere herrscht auch nirgendwo. Es ist später Vormittag, die Temperaturen sind frühsommerlich warm. „Gerade läuft es etwas schleppend, das liegt am schönen Wetter“, sagt Nadine Bunz, Geschäftsführerin der Zeiss-Metzgerei in der alten Bracker-Halle, sonst sei sie aber sehr zufrieden mit dem Geschäft im Postcarré.

Seit einem halben Jahr ist das Einkaufszentrum auf dem früheren Schlachthof-Gelände geöffnet. 20 Geschäfte und Schnellrestaurants verteilen sich auf fünf Gebäude. Bis auf ein 130 Quadratmeter großes Ladenlokal, das neben Aldi liegt und von dem Discounter zur Miete angeboten wird, sind alle Flächen belegt. Auch das China-Restaurant „Pearl“ hat inzwischen seine Räume im ersten Stock der „roten Niere“ bezogen und soll Anfang Juni eröffnen, sagt Thilo Schauff, Geschäftsführer der Gesellschaft Estavisio, die das Postcarré verwaltet. Einen Mieterwechsel gab es noch nicht.

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Bei Kunden kommt das neue Zentrum am Steinheimer Tor gut an: Weil man es bequem erreichen und direkt davor parken kann oder weil „man alles bekommt, was man im Alltag so braucht“ – wie Theresa Schäfer sagt, die sogar aus Mühlheim ins Postcarré fährt: „Bei uns gibt es Vergleichbares nicht.“ Jutta Stürz und Bettina Fischer aus Bruchköbel schätzen die „breiten Gänge“, in denen die Kunden einander nicht ins Gehege kommen. Und: „Hier ist es nie zu voll, nicht einmal vor Feiertagen“, sagt Jutta Stürz.

Wie gut das Einkaufszentrum besucht wird, dazu gibt es unterschiedliche Einschätzungen. „Ganz zufrieden“ zeigt sich Christina Leanza, Geschäftsführerin des „Klier“-Friseurladens, und Apotheker Marc Schmidt sagt: „Es geht aufwärts, wir haben inzwischen viele Stammkunden“. Eine Verkäuferin in einem der kleinen Geschäfte, die nicht genannt werden möchte, sagt hingegen: „Es könnte besser laufen. Hier in den kleinen Läden beklagen sich fast alle.“ Bei den großen Ketten darf niemand Auskunft geben.

Das PostcarrÉ

Das Einkaufszentrum wurde am 25. November 2010 auf dem Gelände des früheren Schlachthofs am Steinheimer Tor 5 eröffnet. Es umfasst 20 Geschäfte, die sich eine Verkaufsfläche von 7300 Quadratmetern teilen. Das Grundstück ist insgesamt 27000 Quadratmeter groß. Der Schwerpunkt liegt auf Lebensmitteln.
Investor war die Hanseatische Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft HBB, die auch den Zuschlag für die Umgestaltung der Innenstadt erhalten hat. Das Lübecker Familienunternehmen hat 40 Millionen Euro in das Projekt Postcarré gesteckt.
Heute gehört das Einkaufszentrum dem französischenr Pensionsfonds Ciloger, an das die HBB das Postcarré vor einigen Monaten verkauft hat. Verwalter des Objekts ist die Gesellschaft Estavisio aus Soest. pam

„Detaillierte Frequenzzahlen liegen leider nicht vor“, sagt Thilo Schauff von Estavisio. Weil das Postcarré keine geschlossene Mall ist, würde ein elektronisches Erfassen der Kundenzahlen kein verlässliches Ergebnis bringen. Die Auswertung der zahlenden Kunden zeige aber, „dass die Frequenz monatlich zunimmt“: „Wir sind mit der Entwicklung sehr zufrieden und überzeugt, das Center weiter etablieren zu können“, erklärt Schauff der Frankfurter Rundschau. Martin Bieberle, Leiter des Fachbereichs für Stadtentwicklung im Rathaus, bestätigt das: „Das Postcarré hat die Erwartungen der Stadt voll erfüllt.“ Insbesondere Kaufland und Aldi würden sehr gut angenommen: „Dass die Ankermieter funktionieren, ist das Wichtigste.“

Bei „Denns Biomarkt“ brummt es nicht ganz so heftig: Als „ausbaufähig“ bezeichnet Filialleiter Andreas Wallrab das Geschäft. „Wir müssen noch Aufklärungsarbeit leisten“, sagt er. Viele Waren im Biomarkt seien keineswegs teurer als herkömmliche Markenprodukte. Den Standort findet er aber sehr gut – mit einem Wermutstropfen: „Den Parkplatz nutzen viele, die in die Stadt gehen.“

Die Stellplätze am Postcarré – 160 ebenerdige und 260 im Parkhaus – sind kostenfrei. Deshalb lag es stets nahe, dass sie auch als Dauerparkplätze für den gegenüber liegenden Westbahnhof genutzt werden könnten. Verwalter Thilo Schauff sieht da kein Problem. Ein Hausmeister kontrolliere regelmäßig die Parkscheiben in den Autos: „Wer zu lange stehenbleibt, bekommt einen Hinweiszettel.“ Bisher habe das ausgereicht. Daneben gab es auch Anregungen, eine Schranke zu installieren. Man sei deswegen mit zwei Mietern im Gespräch, sagt Schauff, „das Ergebnis ist jedoch völlig offen.“

Autor:  Pamela Dörhöfer
Datum:  12 | 5 | 2011
Kommentare:  2
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