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Kraftwerk Staudinger: Braune Ablagerungen

Heiße Kohle und die Sicherheit des Lagers beschäftigen das Regierungspräsidium und den Kreistag - zweimal soll sich in diesem Sommer Kohle so stark erhitzt haben, dass stinkende Schwaden die Anwohner erschreckten.

Das Kraftwerk Staudinger bei Großkrotzenburg. Unser Bild zeigt das Förderband vom offenen Kohlelager zum Block 5.
Das Kraftwerk Staudinger bei Großkrotzenburg. Unser Bild zeigt das Förderband vom offenen Kohlelager zum Block 5.
Foto: Sascha Rheker
Großkrotzenburg –  

Mitarbeiter des Regierungspräsidiums Darmstadt (RP) haben am Mittwoch erneut die Kohlelagerung des Kraftwerks Staudinger unter die Lupe genommen. Laut RP-Sprecher Gerhard Müller inspizierten sie außerdem ein Wohnhaus in Großauheim. Dort sollen zum wiederholten Mal braune Ablagerungen gefunden worden sein, die aus dem Kraftwerk stammen könnten. Die Sicherheit des Kohlelagers und etwaige Emissionen sollen am Freitag, 3. September, auch im Kreistag erörtert werden.

Die Grünen haben eine Aktuelle Stunde zum Thema Staudinger beantragt. Anlass sind laut Geschäftsführerin Christina Schmidt die Zwischenfälle mit überhitzter Kohle im Juli und am vergangenen Montag. Im Juli waren erhebliche Mengen Staub und stinkende Gase aus dem neuen Kohlebunker in die Umgebung gelangt. Es ist umstritten, ob dort gelagerte Kohle nur überhitzt war oder schon brannte. Am Montag mussten laut Betreiber Eon „Wärmenester“ im Freilager freigelegt und gekühlt werden, was wieder zu Emissionen führte.

Das jüngste Vorkommnis zeigt nach Ansicht der Grünen, dass es nicht um eine einmalige Panne gehe, sondern „strukturelle Sicherheitsprobleme vorliegen“, so Christina Schmidt. Deshalb wollten die Grünen die Forderung der Bürgerinitiative „Stopp Staudinger“ (BI) und des Hanauer Oberbürgermeisters Claus Kaminsky (SPD) nach einem verbesserten Sicherheitssystem bei Staudinger unterstützen. Schmidt: „Die Selbstentzündungen der gelagerten Kohle und die dadurch freigesetzten Gase sind nach dem Eindruck der Grünen ein Beleg dafür, dass den Erfordernissen eines vorbeugenden Brandschutzes im Kohlekraftwerk nicht ausreichend Rechnung getragen wird.“

Zudem soll die Kreisspitze Auskunft geben, „welche Rolle der Main-Kinzig-Kreis, der für den Katastrophenschutz im gesamten Kreisgebiet verantwortlich zeichnet, bei den Vorkommnissen gespielt hat“. Die Grünen wollen auch thematisieren, wie die Behörden den Schutz der Anwohner vor Gesundheitsschäden gewährleisten. Immerhin sei im Juli ein Mädchen mit Pseudo-Krupp erheblich belastet worden.

BI soll Umweltpreis erhalten

Für ihren Kampf gegen den Ausbau des Kohlekraftwerks mit seinen umweltschädlichen Auswirkungen schlagen die Grünen die BI Stopp Staudinger für den Umweltpreis 2011 des Main-Kinzig-Kreises vor. Dies hat die Kreismitgliederversammlung am Dienstag beschlossen. Die BI habe belegt, dass der Bau von Block 6 die ökologische Gesamtbilanz deutlich verschlechtern würde.

Autor:  Alexander Polaschek
Datum:  25 | 8 | 2010
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