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Bundesfreiwilligendienst: "Attraktives Angebot" nötig

Der Bufdi-Beauftragte fordert soziale Einrichtungen zu mehr Werbung auf.

Main-Kinzig –  

Nach dem bundesweit holprigen Start des Bundesfreiwilligendienstes (Bufdi) scheint dieser sich im Kreis zu etablieren. Der Gelnhäuser Bundestagsabgeordnete Peter Tauber, der innerhalb der CDU-Fraktion für die Umsetzung der Reform zuständig ist, nennt sie einen „vollen Erfolg“. Insgesamt gebe es im Kreis bereits 100 Bufdis, behauptet er.

„Der Bundesfreiwilligendienst wird sehr gut angenommen“, findet Tauber. Seine erste Bilanz falle nach gut einem halben Jahr positiv aus. Laut der zuständigen Bundesbehörde leisteten 100 Freiwillige im Kreis den neuen Dienst ab. Tauber schätzt, dass derzeit zwischen Hanau und Sinntal ebenso viele Menschen ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) ableisten. Doch die FSJler sind nicht zentral erfasst.

Infos zum BufDI

Den Bundesfreiwilligendienst gibt es offiziell seit dem 1. Juli 2011. Er muss mindestens sechs Monate und darf höchstens zwei Jahre dauern. Während dieser Zeit gibt es vom Bund ein Taschengeld von 330 Euro im Monat. Außerdem sind die Bufdis sozialversichert.

Die Arbeitszeit beträgt mindestens 20 Stunden pro Woche. Es gibt 24 Tage Urlaub und zwei Wochen Bildungsangebote in Einrichtungen des Bundes.

Die FSJ-Stellen werden stattdessen von den Ländern finanziert. Der Bund zahlt lediglich die Ausbildung. Urlaubs- und Seminartage sind identisch.

Im Wohnheim der Behindertenhilfe Main-Kinzig in Gettenbach arbeiten seit dem Spätsommer die ersten zwei Bufdis Seite an Seite mit einem FSJ-Kollegen. In den Alten- und Pflegezentren des Main-Kinzig-Kreises gibt es weder Bufdis noch FSJler. Dafür haben dort im Oktober fast 100 Menschen eine Ausbildung begonnen. Die Zivis, die in der Pflege nicht eingesetzt waren, hat man durch Aushilfen ersetzt.

Tauber glaubt, dass die Bufdis wie einst die Zivis auch in der Pflege eingesetzt werden könnten. So leisteten im Pflegeheim in Meerholz gleich sechs Bundesfreiwillige ihren Dienst ab. Er appelliert an Einrichtungen, die bisher keine Bewerbungen von potenziellen Bufdis erhalten hätten, stärker um diese zu werben. „Wir sollten gemeinsam überlegen, wie man Freiwillige anspricht und begeistert“, bietet er ihnen an.

Aus Taubers Sicht hätten die Zivildienstleistenden teilweise „stupide und unattraktive Dienste“ versehen müssen. Rotkreuz, Caritas und Co. müssten deshalb jetzt um die alten und jungen Leute werben und ihnen ein attraktives Angebot machen. Beide seien offensichtlich bereit, sich zu engagieren. „Es liegt an den Einrichtungen, ob es ihnen gelingt, Freiwillige zu werben“, so Tauber weiter, der selbst beim Bund war.

Das Rote Kreuz beschäftigte früher etliche Zivis. Stattdessen erledigen dort jetzt 400-Euro-Jobber kleinere Arbeiten. Viele Einrichtungen – wie die in Gettenbach – setzten so lange auf das FSJ, wie die Details des neuen Dienstes nicht klar waren.

In Hessen gab es zu Hochzeiten rund 8000 Zivildienstleistende (Zivis). Nachdem die schwarz-gelbe Bundesregierung die Wehrpflicht abgeschafft hatte, setzte sie sich zum Ziel, in Hessen 5000 Bufdis zu rekrutieren. Doch viele soziale Einrichtungen suchen diese bislang entweder überhaupt nicht oder vergeblich.

Autor:  Christoph Süß
Datum:  9 | 1 | 2012
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