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Porträt Meike Garden: Ein Küsschen von Johnny Logan

Sie war erst 13 Jahre alt, als sie auf der ganz großen Bühne stand: Als „Maxi und Chris Garden“ sangen Tochter und Mutter 1988 für Deutschland beim „Grand Prix Eurovision de la Chanson“ in Dublin.

Sängerin Meike Garden
Sängerin Meike Garden
Foto: Monika Müller

Ihr Song „Lied für einen Freund“ von Ralph Siegel belegte damals den 14. Platz. Doch das ist nicht allein der Grund, warum Meike (früher Maxi) Garden, bis heute die jüngste Grand-Prix-Teilnehmerin, mit gemischten Gefühlen zurückdenkt: „Es hat schon Spaß gemacht, auch wenn bei unserem Auftritt die Lautsprecher kaputt waren und wir mit großer Orchesterbegleitung singen mussten. Aber auf der Riesenbühne habe ich mich auch ein bisschen verloren gefühlt. Kontakt unter den Interpreten gab es so gut wie gar nicht, es kam keine Stimmung auf.“ Vorjahressieger Johnny Logan indes ist ihr gut in Erinnerung geblieben: Von dem gab es ein Küsschen.

Nach dem Grand Prix hat die gebürtige Hanauerin zwar noch weitere Songs mit Ralph Siegel aufgenommen, unter anderem eine „Hymne für Otto Waalkes“, doch dann verschwand das Mädchen vom Bildschirm. „Ich habe schon in jungen Jahren erfahren, wie man sehr schnell aufsteigen, aber auch wieder weg vom Fenster sein kann“, sagt Meike Garden.

Heute, mit 36, ist die Sängerin und Pianistin dabei, sich musikalisch neu zu orientieren – mit Erfolg: Beim deutschen „Rock & Pop Preis“ 2010 haben Meike Garden und ihre Band für ihre Eigenkomposition „My Ocean“ unter 800 Gruppen den zweiten Platz in der Kategorie „Beste Popband“ belegt. Mit ihrer Ballade „Die Sterne leuchten Dir“ kam Meike Garden in der Kategorie „Beste Sängerin“ auf den dritten Platz.

Mit ihrer Band hat sie gerade die CD „My Ocean“ aufgenommen: eine Mischung aus eigenen und gecoverten Songs (unter anderem von Paolo Conte und Udo Lindenberg), kraftvoll und mit Gefühl gesungen, sehr melodiös, eine Mischung aus Pop und Chanson. Demnächst will Meike Garden ein Album nur mit eigenen Kompositionen herausgeben. „Ich bin dabei, meinen Weg zu gehen.“

Dabei war es in den Jahren nach dem Grand Prix keineswegs klar, dass sie die Musik zu ihrem Beruf machen würde. Meike Garden besuchte damals die Karl-Rehbein-Schule in Hanau und hatte bereits viel Erfahrung im Musikgeschäft: Schon als Zehnjährige hatte sie auf der Bühne gestanden und „es geliebt“, wie sie sagt. Ihre Mutter, selbst Musikerin, war es, die dann Demo-Kassetten zu Ralph Siegel schickte. Er lud Mutter und Tochter ein, 1987 wurden sie beim deutschen Vorentscheid Zweite, 1988 gewannen sie und fuhren nach Dublin.

Meike Garden ist aufgetreten bei der „Hitparade“, beim „Großen Preis“ oder bei „Formel eins“. Und dann kam der Bruch. Nach dem Abitur entschied sie sich gegen alles, was sie als Kind gemacht hatte und lernte ein Handwerk: Sie wurde Malergesellin. Irgendwann reichte ihr das dann doch nicht mehr: Sie begann ein Studium der Kunst und Musikpädagogik, merkte dabei „Du gehörst auf die Bühne“ – und wechselte an die Hochschule nach Berlin, um eine Ausbildung als Musicaldarstellerin zu beginnen.

Eineinhalb Jahre lang spielte sie nach ihrem Studium am Wiener Raimundtheater, sang in der Frauen-Popband „Aschenputtel“, mit der sie in Österreich in den Top Ten landete. Und wieder ließ sie alles hinter sich: Sie nahm ein Engagement auf der MS Astor an, um als Sängerin auf Weltreise zu gehen. In diesen Monaten, erzählt sie, habe sie ihre eigene Show entwickelt und gespürt, „wo ich musikalisch zu Hause bin“: bei selbst komponierten Songs.

Inzwischen ist Meike Garden wieder zurück in Hessen, lebt in Mainhausen, hat ihr Postfach in Hanau, wo sie 2010 zwei Monate lang im „Kulturpalast“ mit einer eigenen Show gastierte. Sie unterrichtet an der Musicalschule in Mainz und an der Musikschule Rodgau, gibt Galas – und arbeitet mit großem künstlerischen Anspruch an ihrer musikalischen Karriere: „Einfach gute Lieder zu schreiben und mich von schönen Coversongs zu lösen, das wünsche ich mir für die Zukunft.“


Meike Garden und Band: Samstag, 5. Februar, 20.30 Uhr, in der Maximalhalle, Stettiner Straße 17, in Rodgau-Jügesheim. www.meikegarden.com

Autor:  Pamela Dörhöfer
Datum:  4 | 2 | 2011
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