Der Stadtumbau hat sein erstes Opfer gefordert: Am Samstag schließt Tegut seinen City-Markt am Frankfurter Tor. „Der Umsatz hat seit Monaten nicht mehr gestimmt“, sagt Pressesprecherin Andrea Rehnert. Die ehemals gute Lage sei durch die Schließung von Karstadt und die Eröffnung des Postcarrees unattraktiv geworden. Die Stadt gibt zu, dass die Situation schwierig ist, sieht jedoch positiv in die Zukunft.
„Der Freiheitsplatz ist im Moment kein Standort für den Einzelhandel mehr“, sagt Stadtentwickler Martin Bieberle. In den kommenden Tagen macht der letzte Mieter im ehemaligen Barthel-Haus – ein Billigmarkt – dicht. Bieberles Mitarbeiter haben gestern die schöne, neue Welt an den Bauzäunen rund um den Freiheitsplatz plakatiert. Für die Pamphlete der Umbau-Kritiker ist dort kein Platz mehr.
Rings um das verwaiste Karstadt-Gebäude verlegen Arbeiter derzeit Rohre und Kabel. Im März wird der Komplex entkernt und abgerissen. Spätestens dann wird auch der Durchgang von der Hammerstraße zum Bangert erneut gesperrt – diesmal für mehrere Jahre. Die Sternstraße bleibt zwar laut der Stadt für Fußgänger die meiste Zeit offen, doch klafft ihnen dann eine lärmende Baugrube entgegen. Dort entsteht bis 2014 ein Einkaufszentrum samt Tiefgarage, in der es laut Bieberle auch einen Supermarkt mit Vollsortiment geben wird. Tegut hat laut eigener Aussage keine Pläne, dort einzuziehen.
Nach der Schließung der Filiale am Frankfurter Tor verfügt das Fuldaer Unternehmen im Stadtgebiet nur noch über einen Markt an der Bruchköbeler Landdstraße. Das nun aufgegebene Laden-Geschäft gehört der städtischen Parkhaus-Gesellschaft. Tegut war dort erst vor fünfeinhalb Jahren eingezogen. Da der Mietvertrag jedoch weiter läuft, ist die Supermarkt-Kette derzeit auf der Suche nach einem Nachmieter.
Die Stadt wirbt im Moment massiv für den Stadtumbau. So bekomme Hanau „eine der modernsten Bibliotheken Deutschlands“ sowie 70 zusätzliche Geschäfte und weitere Gastronomie. Über 500 Parkplätze unter dem Freiheitsplatz sorgten für eine bequeme Anreise . „Das Frankfurter Tor ist kein klassischer Auto-Standort“, meint Bieberle. Die Leute wollten es noch bequemer.

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