Die Grüne Alternative Fraktion hat das „Grüne“ in ihrem Namen gestrichen – und heißt ab sofort Alternative Fraktion (AF). Zu dieser Entscheidung seien er und Christa Martin nach „intensiven Abstimmungen“ mit der grünen Fraktion gekommen, teilte Fraktionsmitglied Sascha Feldes am Freitag mit. Damit verpflichtet sich die AF auch, das Symbol von Bündnis 90/Die Grünen nicht mehr zu benutzen.
Die beiden Politiker waren vor knapp drei Wochen aus der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen ausgetreten, Anlass waren die Wahl eines vierten hauptamtlichen Stadtrats und die Bebauung des Freiheitsplatzes. Gegeben hatten sie sich den Namen „Grüne Alternative Fraktion“ vor einer Woche, weil sie sich weiterhin als grüne Politiker verstehen. Das stieß auf Protest. Die Entscheidung fiel bei der Mitgliederversammlung am Donnerstag „in ruhiger Atmosphäre“, sagte Edith Reusswig, Mitglied des Sprecherkreises und Versammlungsleiterin. Ein formaler Beschluss sei nicht nötig gewesen, Feldes und Martin hätten sich so entschieden. Damit sei klar, dass sie „keine legitimierte Fraktion“ der Grünen seien.
Beide Seiten bezeichnen die Lösung als Kompromiss. Derzeit sei das „das Beste, was wir erreichen konnten“, sagte Reusswig. Für Feldes ist die Umbenennung „kein Beinbruch“. Feldes und Martin bleiben Mitglieder der Partei. Die Anrufung eines Schlichters oder gar ein Ausschlussverfahren seien nicht geplant, sagte Reusswig. Wenn es aber „weiter Querelen geben sollte“, werde der Ortsverband darüber nachdenken. Der vierte hauptamtliche Stadtrat bleibt aber weiterhin Thema. Der Ortsverband habe beschlossen, das Bürgerbegehren dagegen nicht zu unterstützen und sich für die Wahl des vierten Hauptamtlichen ausgesprochen.
Ähnlich hat sich auch die Großauheimer Bürgerliste Umwelt und Grüne (BUG) positioniert – und sich zugleich von Daniel Best distanziert. Er hat das Bürgerbegehren gegen den vierten Stadtrat mit initiiert. Dieser handele als Privatperson und in Widerspruch zu den Zielen der BUG, schreibt die BUG. Best sitzt für die BUG im Großauheimer Ortsbeirat, ist aber weder Mitglied der Grünen noch des BUG-Trägervereins. Er zeigte sich von seinen Listenkollegen enttäuscht. „Wir hatten eigentlich verabredet, dass wir das gemeinsam kommunizieren“, sagte er.
Bei einer Mitgliederversammlung vor einer Woche habe er versucht, Liste und Partei für seinen Standpunkt zu gewinnen. Kamil Kasalak, Fraktionschef der Grünen, habe die BUG-Mitglieder gedrängt, sich von der Initiative zu distanzieren, sagt Best. „Das gehört sich nicht für einen Grünen“, habe er gesagt. Einer der zwei Listenkollegen vom Ortsbeirat habe sogar damit gedroht, sein Mandat zurückzugeben, sollte Best die Initiative nicht zurückziehen.

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