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Hanauer Innenstadtplanung: Mehr Luxus beim Wohnen

Die FDP fordert mehr Wohnraum für Gutverdiener. Ein adäquates Wohnumfeld könnte beim Kampf um wirtschaftsstarke Unternehmen ein wichtiger Standortfaktor sein. Von Detlef Sundermann

Die Hammerstraße in der Hanauer Innenstadt. Die FDP fordert mehr Wohnraum für Gutverdiener. Ein adäquates Wohnumfeld könnte beim Kampf um wirtschaftsstarke Unternehmen ein wichtiger Standortfaktor sein.
Die Hammerstraße in der Hanauer Innenstadt. Die FDP fordert mehr Wohnraum für Gutverdiener. Ein adäquates Wohnumfeld könnte beim Kampf um wirtschaftsstarke Unternehmen ein wichtiger Standortfaktor sein.
Foto: Sasch Rheker

Die Hanauer Innenstadt im Wandel - dies gilt nicht nur für den Einzelhandel, der künftig mächtiger aufgestellt werden soll, etwa mit einem Shopping-Center. Dieses Motto trifft auch für die City in Sachen Wohnen zu - zumindest, wenn es nach dem Willen der Politiker geht.

"Für die breite Mittelschicht muss ausreichend Fläche für die Wohnbebauung ausgewiesen werden", fordert Thomas Morlock, Sprecher für Stadtentwicklung in der FDP-Fraktion im Hanauer Rathaus. Investoren solle die Möglichkeit eröffnet werden, "geeignete Miet- und Eigentumswohnungen zu errichten".

Zur Person

Stefan Beyer ist Sachgebietsleiter Wohnhilfen bei der Stadt Hanau.

Zu Beyers Gebiet, das im Dezernat 3 Sozial und Wohnhilfen verankert ist, gehören die Abteilungen Sozialer Wohnungsbau, Wohngeldbehörde und die Obdachlosenhilfe.

Das Flächenpotenzial hierfür sehen die Freidemokraten nicht nur auf den Konversionsflächen der US-Housing-Areas in Großauheim oder im alten Kaiser-Steinbruch bei Wilhelmsbad, sondern auch im Herzen der Stadt etwa in der Französischen Allee.

Teure Nachbarschaft Wallonisch-Niederländische Kirche

Dort lässt die städtische Baugesellschaft Hanau seit geraumer Zeit die einst unter Sozialbindung stehenden Gebäude leer wohnen. Wird eine Wohnung frei, bleibt sie es auch. Es wird auf den finanzkräftigen Investor gewartet, der bei der Innenstadtumgestaltung, dem "Wettbewerblichen Dialog", den Zuschlag erhält und unter anderem um die Wallonisch-Niederländische Kirche ein Quartier für Gutverdiener hochzieht.

"Hanau muss raus aus der Schmuddelecke", sagt FDP-Vorsitzende Ursula Schäfer. Anspruchsvolles Wohnen in der Französischen Allee wäre hierzu ein wichtiger Impuls, der auch den Funken auf die Besitzer der Nachbarimmobilien überspringen lassen könnte. Laut Schäfer werde somit ein krasser Reich-Arm-Kontrast nicht dauerhaft bestehen.

Das Quartier Innenstadt Süd ist derzeit alles andere als mit Wohlstand gesegnet. Viele Menschen mit und ohne Migrationshintergrund haben dort seit Jahrzehnten ihr Zuhause gefunden. Innenstadt Süd präsentiert sich als ein gewachsenes Viertel, dass man ungern verlässt.

Standortfaktor Wohnung

Hanau befinde sich mit anderen Kommunen im Wettbewerb, um wirtschaftsstarke Unternehmen und deren gut bezahlte Beschäftigten zu gewinnen und zu halten, so Schäfer. Ein adäquates Wohnumfeld sei ein bedeutender Standortfaktor für künftige Firmen in Hanau. Freidemokrat Morlock betont, dass die Stadt sich von einem Industrie- zu einem Hightech-Standort hin bewege. Eine Entwicklung, die sich in den wohnungspolitischen Leitlinien widerspiegele.

"Wir haben genug Bestand. Neubauten sind nicht nötig", erklärt Parteichefin Ursula Schäfer zum Hanauer Sozialwohnungsmarkt. Mit den ehemaligen Housing Areas könnten alle Schichten bedient werden. Viele der dortigen Wohnungen verfügten über vier, fünf Zimmer und eigneten sich somit für kinderreiche Familien mit knappen Budget.

Autor:  Detlef Sundermann
Datum:  19 | 6 | 2009
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