Der Energie-Konzern Eon will bis 2013 am Kohlekraftwerk Staudinger in Großkrotzenburg am Untermain an der Grenze zu Bayern einen sechsten Block bauen. Mit einer Leistung von 1100 Megawatt (MW) wäre er einer der leistungsstärksten der Welt und könnte nach Angaben des Unternehmens pro Jahr fünf Millionen Menschen mit Strom versorgen.
Bürgerinitiativen, Kommunen und Umweltverbände versuchen, die Pläne zu verhindern. Aus ihrer Sicht sind Kohlekraftwerke nicht mehr zeitgemäß und schaden der Umwelt. Block 6 soll einen Wirkungsgrad von mehr als 45 Prozent bei der Stromerzeugung haben und damit deutlich mehr der eingesetzen Energie in Strom umwandeln als bei solchen Kraftwerken üblich.
Zu dem Bauvorhaben läuft derzeit die letzte Stufe im Genehmigungsverfahren. Sollte die Erweiterung genehmigt werden, will Eon die Blöcke 1 bis 3 abschalten. Block 1 und 3 liefern eine sogenannte Mittellast-Leistung, sie sind nur tagsüber in Betrieb und werden nachts vom Netz genommen.
Block 4, der als einziger mit Gas und nicht mit Steinkohle betrieben wird, wird in Verbrauchs-Spitzenzeiten zugeschaltet. Block 5 ist ein Grundlastkraftwerk, es läuft rund um die Uhr.
Eon betreibt mehr als 45 Kohlekraftwerke. Staudinger als einer der leistungsfähigsten Standorte deckt ein Prozent des deutschen und zwölf Prozent des hessischen Strombedarfs. Am Standort Staudinger sind 250 Mitarbeiter beschäftigt, 180 weitere arbeiten bei Tochterunternehmen und Dienstleistern. lhe
Alter und Leistungsstärke der Kraftwerksblöcke im Überblick: Block 1: Baujahr 1965, Leistung 250 MW Block 2: Baujahr 1965, Leistung 250 MW (derzeit nicht in Betrieb) Block 3: Baujahr 1970, Leistung 290 MW Block 4: Baujahr 1977, Leistung 620 MW Block 5: Baujahr 1992, Leistung 510 MW

Die Stadt und Region auf einen Blick: unsere neue Übersichtsseite für Frankfurt und Rhein-Main - das Pflicht-Lesezeichen für alle Hessen.
Berichte aus Bad Homburg, Hochtaunus | Bad Vilbel, Wetterau | Darmstadt | Frankfurt | Kreis Groß Gerau | Hanau, Main-Kinzig | Main-Taunus | Mainz | Offenbach | Kreis Offenbach | Wiesbaden.
Facebook | Twitter überregional | Google+