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Hanau: Im Familienstück an die Riviera

Das Hanauer Ehepaar Meininger ist heute das erste Mal mit seinem 36 Jahre alten Käfer Cabrio bei der Histo Monte am Start - Geschwindigkeit ist dabei nicht entscheidend. Von Andreas Zitzmann

Reiner Seume und sein Lancia Fulvia, Baujahr 1972, auf dem Hanauer Marktplatz. Die Histo Monte, veranstaltet vom Automobilclub von Deutschland (AvD), knüpft an eine legendäre Tradition an: Die erste Rallye Monte Carlo fand 1911 statt, damals noch ein echtes Autorennen. Die Rallye gab es bis in die 90er Jahre. Der deutsche Kurs der Sternfahrt aus aller Herren Länder an die Riviera startete 1970 bis 1972 in Hanau. Vor vier Jahren gelang es der Stadt, zum Startpunkt der eher nostalgisch-gemütlichen Histo Monte zu werden.
Reiner Seume und sein Lancia Fulvia, Baujahr 1972, auf dem Hanauer Marktplatz. Die Histo Monte, veranstaltet vom Automobilclub von Deutschland (AvD), knüpft an eine legendäre Tradition an: Die erste "Rallye Monte Carlo" fand 1911 statt, damals noch ein echtes Autorennen. Die Rallye gab es bis in die 90er Jahre. Der deutsche Kurs der Sternfahrt aus aller Herren Länder an die Riviera startete 1970 bis 1972 in Hanau. Vor vier Jahren gelang es der Stadt, zum Startpunkt der eher nostalgisch-gemütlichen Histo Monte zu werden.
Foto: Monika Müller

Da stehen sie heute Morgen wieder, all die automobilistischen Schätzchen wie Porsche 356 A (Baujahr 1958), Lancia Fulvia (1969) oder Mercedes 350 SLC (1974). Zum 16. Mal senkt sich um 9 Uhr auf dem Hanauer Marktplatz die Starterfahne zur Rallye Histo Monte, eine internationale Zuverlässigkeitsfahrt für Fahrzeuge, die mindestens 30 Jahre alt sind.

Zu ihnen gehört mit der Startnummer 33 ein VW Käfer 1303 Cabrio. Am Lenkrad wird der Hanauer Rainer Meininger sitzen, auf dem Beifahrersitz seine Frau Sonja, die im Übrigen auch Vorsitzende des Landesverbands Hessen-Nassau des Deutschen Damen Automobilclubs ist. "Dort wurde ich Fan von Orientierungsfahrten", erzählt sie am Mittwochnachmittag in ihrem Haus im Salisweg.

Sonja und Rainer Meininger strahlen Gelassenheit aus, von Aufregung keine Spur, obwohl sie gleich zur technischen Abnahme ihres Oldtimers auf den Marktplatz müssen.

Das Ehepaar gehört auch nicht zu den klassischen Oldtimer-Fans, die irgendwo in einer Halle eine Kollektion historischer Fahrzeuge besitzen, die sie natürlich selbst restauriert haben. Der Meiningersche Käfer, Baujahr 1975 - schwarz mit weißem Stoffdach - ist bereits seit 1979 im Familienbesitz und wird gefahren wie ein ganz normales Auto.

"In den vergangenen Jahren", sagt Sonja Meininger, "war ich immer auf dem Marktplatz beim Start zur Histo Monte und habe Fernweh bekommen." Nun hat sie ihren Mann überredet, mit ihr an der Rallye teilzunehmen. Der hatte aber zunächst Bedenken: "Doch nicht mit einem Käfer!"

Aber die Histo ist eben kein richtiges Rennen, bei dem es auf Geschwindigkeit ankommt. "Aber auf Genauigkeit", weiß die Suchfahrt-Erprobte. Vor den beiden liegt ein telefonbuchdicker Wälzer, das "Roadbook" vom vergangenen Jahr. Dort ist detailgenau die Route angegeben, die man finden muss. "Ist aber nicht sehr schwer", sagt Sonja Meininger.

Kniffliger werden wohl die Zeitprüfungen, zum Beispiel: die nächsten 13,68 Kilometer exakt mit 45 Kilometer pro Stunde zu fahren. "Manche schaffen das auf die Sekunde genau". Ihrer Erfahrung aus dem Damen-Club wegen bleibt sie auf dem Beifahrersitz.

"Das Gehirn sitzt rechts", sagt ihr Mann. Er liebt seinen Käfer auch noch nach mehr als 30 Jahren: "Der gehört irgendwie schon zur Familie". Die erste Etappe führt heute bis Freiburg. Monte Carlo wird am Sonntag erreicht.

Die Histo Monte, veranstaltet vom Automobilclub von Deutschland (AvD), knüpft an eine legendäre Tradition an: Die erste "Rallye Monte Carlo" fand 1911 statt, damals noch ein echtes Autorennen. Die Rallye gab es bis in die 90er Jahre. Der deutsche Kurs der Sternfahrt aus aller Herren Länder an die Riviera startete 1970 bis 1972 in Hanau. Vor vier Jahren gelang es der Stadt, zum Startpunkt der eher nostalgisch-gemütlichen Histo Monte zu werden.

Die insgesamt 46 Teams - etwas weniger als im Vorjahr - werden wieder angeführt von den deutschen Rallyemeistern Matthias Kahle und Peter Göbel, die bereits 2008 und 2009 die Histo auf einem Skoda gewannen. Der bekannte Kabarettist Urban Priol ist in diesem Jahr nicht dabei.

Autor:  Andreas Zitzmann
Datum:  4 | 2 | 2010
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