Diese Kette fällt bei jedem Tragen anders: Sie besteht aus einem Gittergeflecht, leicht und in sich beweglich, geometrisch und verspielt zugleich. Das Schmuckstück ist aus ungewöhnlichem Material gefertigt: aus dem Metall Tantal, das Sarah Regensburger an eine Perlenkette aus dunklerem Hämatit gehängt hat; ein reizvoller Kontrast zweier Grautöne. Dominik Müller hat aus Tantal ein Messer für Schafskäse und eine Olivengabel kreiert, beide mit einem Griff aus Olivenholz. Ein so zweckmäßiges wie edles Duo.
Die junge Hanauerin und der Aschaffenburger haben den ersten und zweiten Preis des Gestaltungswettbewerbs „Ta73“ gewonnen, benannt nach der Ordnungszahl von Tantal im Periodensystem. Ausgeschrieben hatte ihn die Firma „Tantec“ aus Wolfgang, die auch das Preisgeld von 2200 Euro spendierte und auf die Fertigung von Bauteilen aus Tantal spezialisiert ist. Sie kooperierte bei der Ausschreibung mit der Staatlichen Zeichenakademie.
80 Teilnehmer bei Wettbewerb
Die Ergebnisse sind jetzt im Deutschen Goldschmiedehaus zu sehen. Mehr als 80 Studenten und Schüler der Zeichenakademie sowie Auszubildende der Edelmetall verarbeitenden Branche beteiligten sich. Weit mehr als Thomas Dierks, Leiter des Bereichs „Gestaltung und Werkstatt“ an der Zeichenakademie, erwartet hatte. Ihre Arbeiten wurden von einer Jury bewertet, der zwei Schmuckdesignerinnen sowie Tantec-Geschäftsführer Georg Raab und seine Mitarbeiterin Bettina Rüttger angehörten.
Die eingereichten Werke belegen die Gestaltungsvielfalt, die mit Tantal möglich ist – obwohl dieses Metall bisher in der Schmuck- und Geräteproduktion keine Rolle spielte. Zu sehen sind schön-schlichte Schälchen, Essstäbchen in modernem Design, Broschen, die Jugendstil zitieren oder an eine Ziehharmonika erinnern. Besonders gut zur Geltung kommt das matte, tief graue Metall in der Kombination mit andersfarbigen Materialien wie Perlen, Silber oder Gold. So hat Teresa Boneß, die eine „Belobigung“ erhielt, auf ihre Tantal-Ohrringe goldene Sprenkel verteilt.
Die Teilnehmer haben sich dabei die Vorteile des Materials zunutze gemacht: Tantal ist spröde und schwer, es hat einen hohen Schmelzpunkt, deshalb lässt es kaum schweißen und löten. Eine Teilnehmerin hat die Nadel an ihrer Brosche deshalb dekorativ über einen roten Faden befestigt. Gleichzeitig lässt sich Tantal besonders gut mechanisch, etwa mit dem Hammer, bearbeiten, weil es für ein Metall relativ weich ist. Er könne sich gut vorstellen, dass Tantal in der Schmuckbranche künftig mehr Beachtung findet, sagt Thomas Dierks, zumal die Ausstellung auch bei der internationalen Schmuckmesse in München und bei der weltweit größten Chemiemesse in Frankfurt zu sehen sein wird. Das Metall liefert mit seinem dunklen Anthrazit eine neue Farbnuance – und ist zudem viel billiger als Gold, nur etwas teurer als Silber, läuft aber nicht so leicht an. Und Allergien löst es auch nicht aus.
„Ta73. Schmuck und Gerät aus Tantal“, t bis zum 11. Oktober im Goldschmiedehaus am Altstädter Markt , täglich außer montags von 11 bis 17 Uhr.

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