Landrat Erich Pipa sieht gute Chancen für einen Ausbau des ultraschnellen Internets im Main-Kinzig-Kreis. Laut einer Studie für den Kreis sei eine flächendeckende Versorgung der 29 Städte und Gemeinden per Glasfaserkabel bis 2015 möglich. Dann soll in allen Haushalten eine Übertragungsrate von 50 Megabit pro Sekunde zur Verfügung stehen.
Um sein ehrgeiziges Ziel zu erreichen, will der Kreis eine Gesellschaft gründen, die ab dem kommenden Jahr rund 650 Kilometern Glasfaserkabel verlegt. Die Kommunen sollen dafür ihre Infrastruktur – zum Beispiel leere Wasserrohre – zur Verfügung stellen. Außerdem werde eine Gasleitung im Kinzigtal genutzt, um das schnelle Kabel über mehrere Kilometer hinweg zu verlegen. Darüber sollen die über 1600 Verteiler der Telefonnetze angesteuert werden. Die neue Gesellschaft soll das Netz später an einen Internetanbieter vermieten.
Rund 56 Millionen Euro will der Kreis in den Netzausbau investieren. Das Land Hessen soll für den Kredit bürgen. Die Kommunen würden dadurch nicht belastet, da die Finanzierung komplett über die neue Gesellschaft laufen soll, so der Kreis. Wie Pipa erläutert, werde es laut der Studie ohne den Kreis keine nennenswerte Verbesserung der Versorgung geben, da kommerzielle Anbieter in erster Linie die Ballungsräume an das neue Hochgeschwindigkeitsnetz anschließen und kleinere Orte vernachlässigen werden.
Große Nachfrage bei Unternehmen
Das Konzept des Kreises sieht eine flächendeckende Versorgung der Kommunen vor. Insgesamt sollen 184.000 Haushalte an die superschnellen Datenleitungen angeschlossen werden, die unter anderem digitales Fernsehen ermöglichen. Doch der Kreis hat bei seiner Initiative auch die Unternehmen im Blick. „Wir erleben gerade im wirtschaftlichen Bereich eine steigende Nachfrage“, sagt Pipa. Er versteht das Projekt daher auch als langfristige Standortsicherung.
Aktuell surfen Unternehmen und Bürger im Kreis nur mit einem Bruchteil der angepeilten Geschwindigkeit. Darüber hinaus gibt es große Gebiete, die noch immer über die herkömmlichen Telefonleistungen im Netz unterwegs sind. Teile von Flörsbachtal, Sinntal und Bad Soden-Salmünster werden erst dieser Tage ans DSL-Netz angeschlossen.

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