Dass Kinder für Kinder schauspielern oder singen, ist nichts Ungewöhnliches, wohl aber, dass sie einen Trickfilm für Gleichaltrige produzieren.
Die Vier- bis Sechsjährigen des Kindergartens Gänsseestraße in Maintal führten Kamera, bastelten Kulissen für "Georg und der Drache" und verliehen Playmobil-Figuren ihre Stimme. Der Maintaler Filmemacher Boris Kreuter spricht von einem einmaligen Projekt in Hessen, das am Freitagnachmittag Premiere hatte.
Infos unter www. trickfilmkita.kreuterfilm.de. Am Donnerstag, 26. November, gibt es offene Vorführungen von "Georg und der Drache". Anmeldung unter Telefon 0 61 09 / 6 68 03.
"Das Vorhaben war als normales Kita-Projekt geplant. Anhand der Geschichte ´Georg und der Drache´ sollten die Kinder lernen, wie ein Trickfilm entsteht", erzählt Kreuter, dessen fünfjähriger Sohn die Kita besucht. Der 39-jährige Filmer, der unter anderem für Fernsehsender Animationsfilme gedreht hat, leitete das Team. Begleitet wurde das Projekt von zwei Erzieherinnen. Nicht nur in der Verwirklichung, auch in der Vorbereitung waren die Jungen und Mädchen eingebunden.
So entschieden sie bereits bei der Auswahl der literarischen Vorlage mit. Kreuter musste bei der Produktion erleben, dass Kinder ihre Vorstellungen nicht nur direkter als Erwachsene aussprechen, sondern oft die Welt aus ihrer Perspektive darstellen möchten. So zeigt etwa die Kamera Georg in der Nahaufnahme nicht auf Augenhöhe, sondern von unten.
Der zehn Minuten dauernde Kurzfilm war für Kreuter auch ein Versuchsballon, "ob ein solches Projekt überhaupt möglich ist". Seine Idee besteht in einem abendfüllenden Kinofilm an dem bundesweit 20 bis 25 Kindergärten mitmachen.
Filmfirma wird gegründet
Für das Vorhaben wird Anfang Dezember die Trickfilmkinder GmbH in Halberstadt/Sachsen-Anhalt gegründet. Anders als im hessischen Maintal gebe es dort eine bessere Landesfilmförderung und die Nähe zum Kinderkanal. Denn der Kinofilm soll nur den Auftakt zu einer ganzen Reihe von Produktionen aus Kinderhand bilden.
Die Finanzierung des Kinostreifens mit drei Millionen Euro ist laut Kreuter aus mehreren Quellen gesichert. Mit rund zwei Jahren Arbeit rechnet er. Anders als die Maintaler Produktion, bei der mangels Zeit etwa Abstriche in den Bewegungsabläufen der Figuren gemacht werden mussten, soll der neue Film "hochprofessionell" entstehen. Die teilnehmenden Kitas werden gecastet.
Die Aufgaben sollen nach Fähigkeiten und Talenten verteilt werden wie beispielsweise im Kulissenbau oder bei den Sprecherrollen. Ein professionelles Team soll die Organisation und Betreuung des Projekts übernehmen.

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