In der letzten Sitzung des Hanauer Parlaments kam bei Beate Funck die Lehrerin durch: „Psst, nicht schwätzen“, rügte die Stadtverordnetenvorsteherin Wirtschafts- und Schuldezernent Ralf-Rainer Piesold (FDP), der mit einem Kollegen plauschte und nicht sehr aufmerksam der laufenden Debatte lauschte. Die Ermahnung zeigte Wirkung: Es wurde unverzüglich still auf der Magistratsbank. „Das ist mein tägliches Geschäft“, sagt Beate Funck und lacht. Sie ist abgehärtet: Hauptberuflich unterrichtet die Pädagogin Englisch und Religion am Schulzentrum Hessen-Homburg.
Auch Pia Horst kennt ihre Pappenheimer im Gelnhäuser Parlament, wo manche Mandatsträger gerne Zwiegespräche führen: „Wenn sich so ein Ping-Pong entwickelt, greife ich ein“, sagt die Verwaltungs- und Wirtschaftsfachwirtin, die beim Eigenbetrieb Immobilien und Baumanagement der Stadt Hanau arbeitet.
Für den geordneten Ablauf jeder Sitzung zu sorgen, dafür, dass die Regeln beim Abstimmen eingehalten werden, dass alle gleich behandelt werden und niemand den anderen beleidigt – das zählt zu den wichtigsten Aufgaben der Parlamentschefinnen. Die beiden Sozialdemokratinnen haben dieses hohe, repräsentative Amt seit Beginn dieser Legislaturperiode inne, nachdem ihre Partei aus der Kommunalwahl sowohl in Hanau als auch in Gelnhausen als stärkste Kraft hervorgegangen war.
Dass es Frauen schwerer falle, durchzugreifen und andere zu unterbrechen – diese Vorstellung bezeichnen beide als Klischee, das auf sie nicht zutreffe. Aber zumindest in einem Punkt ist Beate Funck dann doch „typisch Frau“: Manchmal reflektiere sie noch die ganze Nacht ihr Verhalten und hinterfrage sich. „Kollegin, sei großzügig mit dir selbst“, erwidert Pia Horst, räumt aber auch ein: „Frauen peinigen sich da mehr .“
Als eine Ehre, als erfüllend, aber auch anstrengend empfinden beide ihre herausgehobene Position, die sie oft bis zu fünf Stunden lang wie auf einer Bühne sitzen – und so jede mimische Missfallensäußerung sichtbar werden lässt: „Ich bin mir meiner Rolle bewusst und bemühe mich, mein Gesicht unter Kontrolle zu halten“, sagt Beate Funck. Pia Horst setzt auf ein besonderes Re

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