Der Staatspark Wilhelmsbad öffnet sich seit Dienstag rund 50 Meter näher zum Parkplatz Fürstenbahnhof - und vor allem stilgerechter. Das neue Entrée ist Teil der Regionalpark-Route, die den Mainuferweg mit der Hohen Straße verbindet.
Auch wer sich von dem Park+Ride-Platz nicht gleich auf die ehemalige Handelsroute begibt, wird nun wohl doch eher versucht sein, vor der Abfahrt mit dem Auto noch einmal durch den Park zu schlendern.
Seit zehn Jahren wächst der Regionalpark Rhein-Main als ein Netz von parkartig gestalteten Wegen und Anlagen.
Ziel ist es, die Region zu einem attraktiven Erholungsgebiet zu entwickeln.
Zu den Projekten zählen Wegegestaltung, der Erhalt von typischen Landschaften sowie von historischen und industriellen Denkmälern.
180 Teilprojekte wurde bislang in 50 Kommunen verwirklicht.
Die Baukosten für den neuen Parkzugang betragen rund 280.000 Euro. Der Dachverband Regionalpark Ballungsraum Rhein-Main GmbH trägt zwei Drittel der Kosten, darin enthalten sind ein Landeszuschuss und rund 37.000 Euro, die der Flughafenbetreiber Fraport als Hauptsponsor der Regionalpark-Route beigesteuert hat. Die Stadt Hanau beteiligte sich an der Neugestaltung der einstigen Zufahrt des Park+Ride-Platzes mit 90.000 Euro.
Wie das Geld verbaut wurde, lässt sich bei den derzeitigen Witterungsbedingungen nur teilweise erkennen. Der neue Wegebelag liegt unter Schnee. Sichtbar dagegen ist das halbe Dutzende historisch anmutender Laternen, wie sie auch an anderen Stellen des Parks die Wege beleuchten.
Das Entrée wird zudem von sechs Sitzbänken flankiert, die allerdings aus Stahl und in einem modernen Design gestaltet wurden. Mehr als nur eine Schneeschmelze benötigt die grüne Pflanzen-Wand, die Erholungssuchende auf den Sitzgelegenheiten von der Betriebsamkeit auf dem Großparkplatz abschirmen sollen: Der grüne Riegel wird erst in den nächsten Jahren zugewachsen sein.
Stadtrat Axel Weiss-Thiel (SPD) sprach davon, dass die Regionalpark-Route in Hanau nunmehr um eine Attraktion reicher sei. In den vergangenen Jahren entstand der sogenannte Balkon am Mainufer an der Philippsruher Allee. Unweit des Schlosses wurden ehemalige Revisionsschächte auf den Main-Wiesen zu bespielbaren Flächen gewandelt.
Und vor gut zwei Jahren wurden in der Nähe des Wilhelmsbader Kurparks zwei Mauern als Waldportal aufgestellt - mit Nachspiel: Der Bund der Steuerzahler rüffelte die Gesamtausgaben hierfür in Höhe von 40 000 Euro, die der Planungsverband Rhein-Main für das Projekt aufgewendet hatte.
Beim neuen Entree des Staatsparks dürfte es die Lobby der Steuerzahler schwieriger haben, die Investition zu kritisieren, etwas was den Nutzwert der Neugestaltung betrifft. Claudia Jäger, Aufsichtsratsvorsitzende der Regionalpark Ballungsraum GmbH, sprach von einer Aufwertung der Landschaft. Und mit Blick auf die historische und geschützte Parkanlage sagte sie, dass mit dem Entree auch "eine schöne Sache bewahrt wird".

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