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Weltkindertag in Hanau: Theater zum Nulltarif

Jedes fünfte Kind in Hanau gilt als arm - die Stadt versucht, trotzdem kostenlose Angebote wie das "klingende Mobil" zu machen. Jetzt finanziert die Bürgerstiftung der Sparkasse zehn tolle Tage für alle.

Kinder haben ein Recht auf Bildung: Im Klingenden Mobil der Stadt können sie Musikinstrumente kennen lernen.
Kinder haben ein Recht auf Bildung: Im "Klingenden Mobil" der Stadt können sie Musikinstrumente kennen lernen.
Foto: Ilona Surrey
Hanau –  

Nicht alle Kinder in Hanau können sich den Besuch im Schwimmbad, Theater oder Museum leisten. Viele bekommen von zu Hause nicht mal ein Frühstücksbrot mit in die Schule. 2657 Jungen und Mädchen unter 15 Jahren in Hanau gelten als arm, sagt Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) – das ist jedes fünfte Kind dieser Altersklasse.

Die grundlegenden Kinderrechte seien keineswegs überall gesichert, erklärt der Rathauschef, der auch Vorsitzender des örtlichen Kinderschutzbundes ist: So habe er den Eindruck, dass die „Erziehungskompetenz“ von Eltern abnehme – und im Extremfall das „Recht auf gewaltfreie Erziehung“ nicht gewährleistet ist.

Kinderschutzbund

Der Ortsverband Hanau hat seinen Sitz im Nachbarschaftshaus Tümpelgarten.


Sprechstunden sind mittwochs und samstags von 10 bis 12 Uhr. Mütter und Väter finden zudem kostenlose Hilfe am Elterntelefon unter 0800/1110550.

Informationen im Internet: www.kinderschutzbund-hanau.de pam

Auch auf Bildung haben Kinder Anrecht. Doch die Teilhabe an kulturellen Veranstaltungen oder an Kursen von Jugendkunst- und Musikschulen sei vielen Kindern verwehrt, weil ihren Eltern das Geld fehle. Die Stadt ermöglicht daher regelmäßig Kultur zum Nulltarif. Angebote wie das „Klingende Mobil“ sollen zudem Kindern jeglicher Herkunft Musikinstrumente nahe bringen. Spielen kostet zwar nichts, doch zunehmend beschwerten sich Bürger über Kinderlärm, sagt Kaminsky; er könne als Ordnungsdezernent „ein Lied davon singen“.

Auf diese Themen aufmerksam machen, aber auch unterhaltsam Abhilfe schaffen – zumindest für ein paar Stunden – sollen die Hanauer Aktionstage zum Weltkindertag vom 10. bis 20. September. Finanziert werden sie vor allem über die Bürgerstiftung der Sparkasse, organisiert vom Ortsverband des Kinderschutzbundes, mit 20 Kooperationspartnern, ohne deren Hilfe das umfangreiche Programm kaum möglich wäre.

Zehn Aktionstage für Kinder

Dazu gehört neben der Stadt unter anderem die Tanzschule Berné, die am Freitag, 10. September, von 15 bis 16 Uhr in ihren Räumen in der Stresemannstraße 7 „Spiel, Spass und Tanz“ für Kinder bis neun Jahre veranstaltet – kostenlos und ohne Anmeldung.

Toben und Lärmen ohne Furcht vor verärgerten Blicken aus Wohnhäusern können Kinder und ihre Familien am gleichen Tag von 14.30 bis 17.30 Uhr beim Spielfest im Bürgerpark Friedrich-Ebert-Anlage. Oberbürgermeister Kaminsky hofft, dass der 2007 von der Stadt gebaute Platz dann von den Kindern „erobert“ wird. Sie können dort unter anderem Kunst gestalten oder gärtnern. Eher etwas für Erwachsene ist der Hanauer Freiwilligentag am Samstag, 18. September, von 10 bis 14 Uhr auf dem Marktplatz, wo auch der Kinderschutzbund seine Arbeit präsentieren wird. Anregungen für die Freizeitgestaltung mit Kindern können sich die „Großen“ vom 10. bis 18. September bei den Bibliotheken am Schlossplatz und in der Alten Langgasse Großauheim holen.

Bühnenkunst gratis – das bieten zwei Aufführungen der „Kleinen Weltbühne“ am Montag, 20. September, um 10 und 15 Uhr im Amphitheater. Zu sehen gibt es das Mitmachstück „Der König und die Kröte“. Der Eintritt ist frei, die Vormittagsvorstellung für Schulen jedoch bereits ausgebucht. Für 15 Uhr gibt es noch Karten.

Am letzten Aktionstag, Montag, 20. September, steht um 11 Uhr ein Gottesdienst in der Wallonisch-Niederländischen Kirche auf dem Programm. Dort soll die Kinderarmut Thema sein. Damit die Kleinen selbst ihren Spaß haben, gibt es Spielaktionen.

Autor:  Pamela Dörhöfer
Datum:  1 | 9 | 2010
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