Schwere Ausfallerscheinungen / Im Literaturgewerbe / Unserer Zeit / Kleinverlage / Haben es / Schwer / Der Muff / Rieselt durch / Die Zeit“ – diese Zeilen klingen nach eigenen frustrierenden Erfahrungen. Andere Gedichte verbreiten eine noch trostlosere Atmosphäre, auch sie vermutlich gespeist durch eigenes Erleben: „Das Leben / Ist nur / Eine Nutte / Mit Puder / Begossen“.
Der endzeitmäßig klingende Titel des neuen Lyrikbands von Gerald Meyer, „Recognizer – Noch zwei Bier bis Mitternacht“, scheint Programm zu sein für die folgenden 150 Seiten: Der Hanauer Autor, Kleinstverleger und Herausgeber, entwirft in seinen Gedichten pessimistische, depressiv bis ausweglos wirkende Szenarien. Leicht düster waren seine Werke schon immer, „jetzt ist es halt noch eine Stufe härter geworden“, sagt der gelernte Krankenpfleger und Mediengestalter.
Um „Schuld und Sühne, geht es,ums Trinken, um Tod und Missbrauch, um ziemlich schwere Themen eben“, umschreibt der 36-Jährige selbst die Inhalte seiner sprachlich knappen, im Stakkato-Stil geschriebenen Mehrzeiler – kleine literarische Werke von eigenem Reiz. Allerdings nicht zu empfehlen als Lektüre für schwere Stunden, denn diese Gedichte ziehen den Leser noch weiter runter. (pam.)
Recognizer – Noch zwei Bier bis Mitternacht“, Lyrik Edition 2000, ISBN978-3-86906-182-5, 16,90 Euro.

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