Nach Angaben der Betriebsratsvorsitzenden Cornelia Gramm hat die Geschäftsleitung bekundet, der US-Finanzinvestor One Equity Partners (OEP) habe ein Bieterverfahren für das Unternehmen eröffnet.
OEP, eine Tochter der Großbank JP Morgan Chase, hatte die ehemalige Siemens-Tochter VAC 2005 für 330 Millionen Euro übernommen. Der Betrieb, der magnetische Spezialwerkstoffe vor allem für Autoindustrie und Raumfahrt herstellt, scheibt wieder schwarze Zahlen. „Die wirtschaftliche Situation der VAC ist hervorragend“, erklärte am Samstag Robert Weißenbrunner von der IG Metall-Hanau/Fulda. Vor diesem Hintergrund und den Verkaufsabsichten seien Verhandlungen über die Fortsetzung eines Sondertarifvertrags beendet worden.
Die Geschäftsleitung zahle an die Beschäftigten eine hohe Erfolgsbeteiligung und entgegen der tariflichen Regelung das volle Weihnachtsgeld aus. Ende 2008 hatten Unternehmensleitung, Betriebsrat und Gewerkschaft in der Konjunkturkrise vereinbart, das Urlaubs- und Weihnachtsgeld zu halbieren und bei Tarifabschlüssen kürzer zu treten. Im Gegenzug wurden Entlassungen ausgeschlossen .
Wie festgelegt, gilt ab Januar 2011 bei der VAC wieder der Flächentarifvertrag. Diese Rückkehr bewertet Weißenbrunner als Erfolg des Streiks vor zwei Jahren. In der VAC sind weit mehr als 80 Prozent der Mitarbeiter gewerkschaftlich organisiert.
„Natürlich gibt es eine gewisse Verunsicherung, wie es nun weiter geht“, berichtet Cornelia Gramm aus einer Betriebsversammlung am Freitag. Man habe die Geschäftsleitung aufgefordert, vor einem Verkauf mit Betriebsrat und Gewerkschaft über eine Beschäftigungs- und Standortsicherung zu verhandeln. Dazu sei von Teilen der Geschäftsleitung Gesprächsbereitschaft signalisiert worden.
In den bisherigen Verhandlungen sei das Thema Arbeitsplatzsicherheit stets mit Zugeständnissen der Beschäftigten verknüpft gewesen. Sie sollten weiter auf erhebliche Teile ihres Tarif-Entgelts verzichten, eine weitere Flexibilisierung und Erhöhung ihrer Arbeitszeiten in Kauf nehmen, berichtet Weißenbrunner. „Das war mit uns nicht zu machen. Wir wollen nach vorne schauen und auch über einen Verkauf der Vacuumschmelze hinaus Regelungen finden, um die Arbeitsplätze am Standort Hanau nachhaltig und ohne Gegenleistung der Belegschaft zu sichern“, so der Gewerkschafter.
Die Geschäftsleitung war bisher nicht zu sprechen. Der Hanauer Oberbürgermeister Claus Kaminsky zeigte sich über einen möglichen erneuten Eigentümerwechsel wenig erfreut. Der Finanzinvestor OEP wird von einigen auch als „Heuschrecke“ bezeichnet. Es sei „Betroffenheit spürbar“, sagte das SPD-Stadtoberhaupt am Samstag.
Weltweit beschäftigt die VAC nach eigenen Angaben in 50 Ländern rund 3800 Mitarbeiter.

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