Der Auftakt zur Bürgermeisterwahl fiel trotz eindeutiger Vorzeichen schwer. Wiewohl auf der kommunalpolitischen Bühne weit und breit kein Konkurrent zum Amtsinhaber in Erscheinung getreten ist, fehlte lange die offizielle Bestätigung, dass die Direktwahl in Bad Soden-Salmünster am Sonntag, 26. Februar, eine einseitige Angelegenheit ist.
Zuletzt ließ der plötzliche Tod der Ersten Stadträtin Margarethe Harnischfeger selbst die Protagonisten verstummen. Der parteilose Rathauschef Lothar Büttner (52) wahrte die Pietät und wartete auf das Signal der Gemeinsamen Wählerliste (GWL), als deren Kandidat Büttner vor zwölf Jahren zum Stadtoberhaupt aufgestiegen war. Und erst vor zwei Monaten fand dann auch die CDU als traditionell stärkste Kraft in der 13600-Einwohner-Stadt lobende Worte für den neutralen Kurs des Bürgermeisters und erklärte, niemanden in ein aussichtsloses Rennen zu schicken.
Statt Wahlkampf gibt es nun eine Werbetournee durch die zehn Ortsteile – vom Spessartdorf Mernes bis ins 20 Kilometer nordwestlich gelegene Katholisch-Willenroth, wo die wenigen Bewohner mit Büttner über Probleme wie ein Feuerwehrgerätehaus ohne Heizung oder Hundenotdurft auf Äckern diskutieren. Büttner, ein ausgewiesener Verwaltungsexperte und geduldiger Moderator, der gleichwohl etwas distanziert wirkt, bemüht sich um Popularität im Kampf gegen die Nichtwähler. Seither wird der in der bayerischen Rhön aufgewachsene und beruflich aus dem Main-Spessart Kreisbauamt in Karlstadt nach Salmünster gewechselte Mann nicht müde, seine Liebe zur Stadt und den Menschen zu beteuern.
Seine Bilanz kann sich sehen lassen. Nach dem Triumph über den örtlichen Unions-Chef und TV-Vorsitzenden Winfried Ottmann folgte 2006 ein klarer Erfolg über den auswärtigen CDU-Bewerber Helmut Herchenhan.
Die Stadt hat sich trotz schlechter Finanzen weiterentwickelt, speziell im schwierigen Umfeld des Heilbades Soden. Mit dem ersten Kurdirektor seiner Amtszeit Kurt Stroß konnte Büttner nicht. Nach der Trennung von Stroß hat der Bürgermeister viele von dessen Aufgaben übernommen. In der Spessart-Therme sind seither ein neuer Badebereich und eine moderne Saunalandschaft mit erweiterten Wellness-Angeboten entstanden. Der alte Ortskern wurde aufpoliert, der Kurpark mit Wasserfontänen zum Landschaftsgarten und Generationentreffpunkt gestaltet. 2009 hat der Kurort mit seinen Kliniken dem einst prominenteren Nachbarn Bad Orb in der Übernachtungsstatistik den Rang abgelaufen. Und auch wenn sich die Hoffnung auf ein Investorenengagement für ein Viersternehotel zerschlagen hat, rechnet Büttner weiter mit einem Aufwärtstrend für den Ort, in dem 1500 Arbeitsplätze an Gesundheit und Tourismus hängen.
Bei knappen Kassen fährt Büttner weiter einen ehrlichen Kurs. Kleine Freibäder sollen durch bürgerschaftliches Engagement erhalten werden, bei der Sanierung der Kleinschwimmhalle muss das Land helfen. Noch offen ist die Zukunft der sanierungsreifen Stadthalle. Eigentlich, sagt Büttner, ist weder für die Sanierung noch für den Abriss Geld vorhanden.

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