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Handball-EM 2016
Aktuelle News, Ergebnisse, Spielberichte, zur Handball-EM der Männer in Polen.

24. Januar 2016

Handball-EM: Ein teuer erkaufter Sieg

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Da ging es ihm noch gut: Christian Dissinger (li.) gegen Dmitrii Zhitnikov.  Foto: AFP

Am Ende war es eine einzige Zitterpartie: Die deutschen Handballer gewinnen 30:29 gegen Russland, verlieren aber möglicherweise die verletzten Steffen Weinhold und Christian Dissinger.

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Ein Dagur Sigurdsson lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Das ist hinlänglich bekannt. Personelle Rückschläge quittiert der Bundestrainer stets mit dem Blick nach vorne. Daran hielt sich der 42 Jahre alte Isländer auch gestern Abend nach dem wichtigen 30:29 (17:16)-Hauptrundensieg gegen Russland, der den deutschen Handballern bei der EM in Polen die Chance aus Halbfinale weiter offen hält. Ein Sieg am nächsten Mittwoch (18.15/live in der ARD) gegen Dänemark wäre allerdings noch vonnöten, um in die Runde der besten vier europäischen Mannschaften einzuziehen. Damit haben sie das Platzierungsspiel um Platz fünf sicher.

Der Jubel über das Erreichte fiel am Sonntagabend in der Jahrhunderthalle von Breslau verhalten aus. Kapitän Steffen Weinhold und Rückraumshooter Christian Dissinger zogen sich möglicherweise schwere Muskelverletzungen zu. „Eine genaue Diagnose haben wir noch nicht“, sagte DHB-Vize Bob Hanning. Es sehe aber alles andere als gut aus, fügte Sigurdsson an. Hanning informierte unmittelbar nach dem Abpfiff die im 28er-Kader gelisteten Kai Häfner (TSV Hannover-Burgdorf) und Julius Kühn (VfL Gummersbach). „Beide Spieler halten sich bereit, sollten wir nachnominieren müssen“, sagte Hanning. Sigurdsson wird auf Nummer sicher gehen. Nach FR-Informationen werden die beiden Rückraumspieler schon heute Vormittag nach Breslau eingeflogen. Theoretisch könnte sich der DHB mit einer etwaigen Nachnominierung zwei Tage Zeit lassen, sie müsste erst am Spieltag (Mittwoch) bis neun Uhr erfolgen.

Die deutsche Mannschaft ging gestern auch spielerisch durch ein Wechselbad der Gefühle und legte gegen Russland einen klassischen Fehlstart hin. Ehe sie sich versah, lag sie 0:3 hinten. In der ersten Hälfe erinnerte zunächst nicht viel an den glanzvollen Auftritt vom vergangenen Freitag gegen Ungarn. In der Defensive fehlte die Bindung, im Angriff mangelte es an Ideen. Und weil auch Torwart Andreas Wolff wenig an die Hände bekam, nutzte die hoch emotionale russische Mannschaft die Gunst der Anfangsphase. Die gut vom einstigen Bundesliga-Profis Dimitri Torgowanow eingestellte Sbornaja deckte die Schwächen der DHB-Auswahl konsequent auf, ohne sich aber entscheidend absetzen zu können.


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Nach 20 Minuten glichen die Deutschen zum 10:10 erstmals aus, Steffen Fäth sorgte mit seinem Knaller zum 11:10 für dieerste Führung. Über den Kampf fand die Sigurdsson-Sieben ins Spiel und profitierte bis zu seinem verletzungsbedingten Ausfall von den leichten Toren eines Christian Dissinger (7) aus dem Rückraum, einem starken Erik Schmidt (6) am Kreis und der sportlichen Wiederauferstehung eines Carsten Lichtlein (kam in der 23. Minute für Wolff) unter der Latte. Der nach seinem unglücklichen Turniereinstieg ins Hintertreffen geratene Gummersbacher präsentierte sich nach der Pause hellwach und bestens vorbereitet auf die russischen Schützen. In den ersten elf Minuten nach dem Wechsel zogen die Deutschen auf 24:19 davon, leisteten sich dann aber einen 2:6-Negativlauf, der die Russen bis auf 26:25 (51.) herankommen ließ. „Eigentlich völlig unverständlich“, so Lichtlein, der ob seines tollen Comebacks kurz zuvor Sigurdsson vor lauter Freude in die Arme gesprungen war. „Das tut einem persönlich natürlich gut. Angesichts der Verletzungen von Steffen und Christian ist das jetzt aber völlig nebensächlich.“

Am Ende war es eine einzige Zitterpartie. 15 Sekunden vor der Schlusssirene warf sich Weinhold selbstlos in einen Gegenstoß. Damit rettete er zwar den 30:29-Sieg, bezahlte dafür aber mit seiner Gesundheit.

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