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Abtreibung: Sieg der Aufklärung

Je besser über Sexualität und Verhütung aufgeklärt wird, desto weniger wird abgetrieben. Zu diesem Ergebnis kommt die FR bei einem Vergleich der Abbruchquoten in europäischen Ländern. Von Johanna Schoener


Foto: muvs.org

Je besser über Sexualität und Verhütung aufgeklärt wird, desto weniger wird abgetrieben. Zu diesem Ergebnis kommt die FR bei einem Vergleich der Abbruchquoten in europäischen Ländern. Auch liberale Abtreibungsregelungen führen keineswegs zu mehr Abbrüchen. Vielmehr drücken sie die Quote. "Es besteht ein deutlicher Zusammenhang zwischen der Zahl der Schwangerschaftsabbrüche und dem Zugang zu Sexualaufklärung sowie zu sicheren und erschwinglichen Verhütungsmitteln", sagt Regine Wlassitschau vom Pro Familia-Bundesverband. Abtreibungsverbote und Restriktionen beim Verkauf von Pille und Kondomen bewirken demnach das Gegenteil dessen, was sie bezwecken sollen. Sie führen in die Hände von Engelmacherinnen und zu Abtreibungstourismus.

Die Niederlande und die Schweiz (6,5 beendete Schwangerschaften pro 1000 Frauen im gebärfähigen Alter) gelten mit ihren geringen Abtreibungsraten als Musterbeispiele für liberale Gesetze und gute Aufklärung. Auch Deutschland schneidet sehr gut ab (7,1 von 1000).

Gebärmutterhalszange: Instrument zur Öffnung des Gebärmutterhalses (Museum für Verhütung & Schwangerschaftsabbruch, Wien, www.muvs.org)
Gebärmutterhalszange: Instrument zur Öffnung des Gebärmutterhalses (Museum für Verhütung & Schwangerschaftsabbruch, Wien, www.muvs.org)
Foto: musv.org

In nördlichen Ländern allerdings entschieden sich zuletzt wieder mehr Frauen für einen Abbruch. In Schweden etwa lag die Quote bei 21,3 von 1000. Das widerspricht nur auf den ersten Blick der These, dass es in aufgeklärten Gesellschaften weniger Abtreibungen gibt. Denn Experten führen den Anstieg darauf zurück, dass die Pille im Norden wegen vermuteter Gesundheitsrisiken eher gemieden wird.

Nach jahrelangem Streit will nun Italien die Abtreibungspille Mifegyne einführen. Die italienische Arzneimittelbehörde sprach sich für eine Zulassung aus. Das Präparat soll zunächst nur in Krankenhäusern verwendet werden. Die katholische Kirche hatte während des Zulassungsverfahrens heftig protestiert.

Autor:  Johanna Schoener
Datum:  31 | 7 | 2009
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