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August Baron von Finck: Der Mann, der der FDP Millionen gab

Die Großspende des Hotelunternehmers trägt der FDP den Vorwurf der Bestechlichkeit ein. August Baron von Finck ist Spross des deutschen Geldadels - er entstammt einer Familie, die ihren kometenhaften Aufstieg auch weniger sauberen Methoden verdankt. Von Mira Gajevic

Die Familie von Finck ist  Miteigentümerin der Mövenpick-Gruppe mit 14 Hotels in Deutschland.
Die Familie von Finck ist Miteigentümerin der Mövenpick-Gruppe mit 14 Hotels in Deutschland.
Foto: dpa

Eigentlich wollte August Baron von Finck junior (79) Landwirt werden. Unter der strengen Erziehung seines Vaters und Namensgebers war ihm das jedoch nicht gestattet. Schon früh integrierte der Senior ihn und seinen Bruder Wilhelm in das familieneigene Geschäftsimperium: das Merck Fink & Co Bankhaus mit Sitz in München.

Die Familie gehörte schon seit Beginn des Jahrhunderts zu der Spitze des deutschen Geldadels, August von Finck senior brachte es sogar zum reichsten Deutschen. Doch diesen kometenhafte Aufstieg verdankte der Senior auch weniger sauberen Methoden.

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August Baron von Finck junior (79)
August Baron von Finck junior (79)
Foto: dpa

Als einer der ersten tatkräftigen Unterstützer Hitlers profitierte seine Bank maßgeblich von der "Arisierung", der Enteignung und Einverleibung jüdischer Banken, darunter die Finanzhäuser J. Dreyfus & Co aus Berlin und Rothschild aus Wien.

Auch nach dem Zweiten Weltkrieg profitierte der Bankier, Geschäftsmann und Großgrundbesitzer von zwielichtigen Entscheidungen der Politik. In der bayrischen Nachkriegsbodenreform, die Land für Flüchtlinge aus Schlesien und Preußen bereitstellen sollte, musste von Finck nur einen Bruchteil des veranschlagten Gebietes an Bayern abtreten. Der von der SPD initiierte Prozess gegen von Finck wurde schlussendlich fallen gelassen, auch unter Beteiligung der CSU.

Ab 1973 war August von Finck junior Teilhaber, nach dem Tode des Vaters 1980 wurde er Vorsteher der damals drittgrößten Bank Deutschlands. Unmittelbar nach seiner Geschäftsübernahme erstand von Finck die bayrische Traditionsbrauerei Löwenbräu, die er jedoch durch eine eigenwillige Personalpolitik fast in den Ruin getrieben hat.

Auch bei dem Einstieg in den Schweizer Gastronomie-Konzern Mövenpick löste er eine unternehmensinterne Krise aus, da Finck das Management komplett auswechselte. Erfolgreich wie sein Vater war er nie.

1990 verkaufte der Baron unerwartet die Merck Fink & Co Bank. Fincks Loslösung vom ehemaligen Stammunternehmen der Familie bildete den Auftakt zu einer schrittweisen Umsiedlung seiner Geschäftsstrukturen in die Schweiz. 1999 zog er mit seiner Familie in den Alpenstaat wohl auch aus (erb)steuerrechtlichen Gründen.

Seither residiert Baron von Finck im Schloss Weinfelden und tritt nach und nach zugunsten seiner Söhne aus dem aktiven Geschäft zurück. Seine großzügigen Finanzspritzen für die FDP sind nicht neu. Bereits 2008 hat er über eine weitgehend unbekannte Düsseldorfer Firma der FDP etwa eine Viertel Millionen Euro gespendet. Mit einem geschätztem Privatvermögen von 8,4 Milliarden Dollar belegt August von Finck junior Platz acht unter den reichsten Deutschen. (xjaw.)

Autor:  Mira Gajevic
Datum:  19 | 1 | 2010
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