Hartmut Mehdorn traf beim Thema Deutsche Bahn und Umwelt eine klare Aussage: "Wir schreiben verbindlich unser Klimaschutzprogramm fort, das Kohlendioxid-Emissionen erspart und gleichzeitig unsere Energiekosten senkt." Auch in diesem Jahr habe die Bahn, so der Unternehmenschef, den Umweltvorteil im Schienenverkehr weiter ausbauen können.
Als größtes Transportunternehmen Deutschlands hat die Bahn vielfältige Berührungspunkte mit Umwelt- und Naturschutz. Tausende Personen- und Güterverkehrszüge, die täglich verkehren, sorgen nicht nur für Mobilität, sie verbrauchen auch Energie und erzeugen Lärm. Und nicht zuletzt führen die Bahnstrecken führen durch teils geschützte Landschaften.
Verminderung der Emissionen
Seit 1990 hat die Bahn nach eigenen Angaben ihre spezifischen CO2-Emissionen im Schienenverkehr um knapp 40 Prozent gesenkt. Die Erfahrungen aus dem Schienenverkehr werden nun für das konzernweite Klimaschutzprogramm eingesetzt. Das Unternehmen strebt eine Minderung der spezifischen CO2-Emissionen um 20 Prozent bis 2020 an.
In Sachen Luftschadstoffemissionen signalisiert man weitere Erfolge. So sei im vergangenen Jahr die von Dieselfahrzeugen emittierte Rußpartikelmenge durch den Einsatz moderner Loks mit schadstoffarmer Motortechnik um fast acht Prozent gesunken. Verglichen mit 1990 wurde sie nach Bahn-Angaben um insgesamt 85 Prozent reduziert. Auch der Ausstoß an Stickoxiden (NOx), die an der Versauerung des Bodens und an der Ozonbildung beteiligt sind, sei seit 1990 um 71 Prozent gemindert worden.
"Damit ist die Bahn umweltfreundlicher als die anderen motorisierten Verkehrsmittel", erklärt Bahn-Pressesprecher Torsten Sälinger. "Und sie engagiert sich intensiv, um die Auswirkungen auf die Umwelt noch weiter zu verringern." Nach seinen Angaben beschäftigen sich mehrere hundert Umweltexperten mit Themen wie Schadstoffreduktion, Lärmminderung, Abfall-Kreislaufwirtschaft sowie Klima- und Naturschutz.
Wie das Unternehmen betont, fahren heute die meisten Züge ohne direkten Ausstoß von Abgasen. Sie werden mit Strom betrieben, der zum Teil aus erneuerbaren Energien wie Wasser und Wind stammt. Im Vergleich zum Vorjahr hat die Deutsche Bahn ihren Anteil an regenerativen Energien am Bahnstrommix - hauptsächlich aus Wasserkraft - um 0,6 Prozentpunkte auf 13,3 Prozent erhöht.
Selbst ein halb besetzter Zug sei noch klimafreundlicher als ein voll besetztes Flugzeug, heißt es. Auch im Vergleich zum Auto schneide die Bahn gut ab. Nach Unternehmensangaben betragen die spezifischen CO2-Emissionen im Schienenfernverkehr nur knapp ein Drittel der Emissionen des Straßenverkehrs.
DB auch im Tierschutz aktiv
Bereits 54 Prozent der elektrischen Triebfahrzeuge der DB speisen Bremsenergie zurück und sind deshalb, so die DB, besonders klimafreundlich. Sie wandeln die Bewegungsenergie des Zuges beim Bremsen in Strom um, der zurück in das Bahnstromnetz fließt und von anderen Zügen genutzt werden kann. Im letzten Jahr seien so rund 850 Gigawattstunden (GWh) Strom gewonnen worden, fast acht Prozent des gesamten Bahnstromverbrauchs.
Durch ein spezielles Vegetationsmanagement will die Deutsche Bahn die biologische Vielfalt hierzulande unterstützen. "Dies geschieht, indem Rückzugsmöglichkeiten für die heimische Tierwelt geschaffen werden", erläutert Torsten Sälinger. Im Randbereich der Gleise werden Rückschnittmaßnahmen so durchgeführt, dass strukturreiche Lebensräume für zum teil seltene Tierarten, wie etwa Eidechsen, entstehen. Die chemische Vegetationskontrolle werde allein im Gleisbereich angewandt - nur mit zugelassenen Herbiziden.