Bio ist der neue Lebensmittel-Luxus: Ob jung oder alt, wer es sich leisten kann, kauft ökologisch produzierte Lebensmittel. Dabei sind die noch teureren Produkte heimischer Biobauern viel hochwertiger als Biolebensmittel aus dem Supermarkt, erklärt Landwirt Sebastian Mager, der mit seiner Familie einen Bioland-Hof in Karben, in der südlichen Wetterau betreibt.
Neben der Schweinezucht hält der 30-jährige Landwirt 350 Hühner in artgerechter Weise und baut verschiedene Kartoffel-, Getreide-, Obst und Gemüsesorten an. Fleisch, Eier, Obst, Gemüse und Kartoffeln verkaufen die Magers direkt in ihrem schönen, geräumigen Hofladen. Die Verarbeitung des Schweinefleisches erfolgt ebenso direkt auf dem Hof - in einem Fleischerraum, den sich die Magers extra eingerichtet haben. Ein Mal die Woche kommt dazu ein Bio-Metzger ins Haus.
Sebastian Mager führt Besucher gerne auf dem Hof herum - er ist stolz auf seine Arbeit. Bioanbau ist für ihn und seine Familie eine Lebensphilosophie. "Mein Vater hat als konventioneller Landwirt angefangen, aber er konnte es irgendwann nicht mehr verkraften, dass er immer mehr spritzen musste. Ihm war klar, dass das nicht gut für Mensch und Natur sein kann."
1994 entschied sich Albrecht Mager seinen Betrieb umzustellen und sich dem Bioland-Verband anzuschließen.
Vom vielbeschriebenen Bio-Boom profitieren Bauern wie die Magers hingegen nur bedingt. "Wir merken eine etwas gestiegene Nachfrage", erklärt Mager. "Doch einen Zuwachs verzeichnen hauptsächlich Supermärkte und Discounter", meint der Jungbauer. Diese Entwicklung betrachtet er mit Skepsis. "Das Plus der Biobranche von 15 Prozent wird hauptsächlich mit Produkten von EU-Bio-Betrieben und aus dem Ausland gedeckt."
Ökologisch fragwürdig findet er es, dass Bioprodukte hunderte Kilometer weit transportiert werden. Zudem unterliegen EU-Bio-Erzeuger nicht den strengen Richtlinien heimischer Ökolandbau-Verbände wie Bioland oder Demeter, sondern richten sich nach der laxeren EU-Öko-Verordnung. "Bio ist nämlich nicht gleich Bio. Das ist den meisten Menschen nicht bewusst", sagt Mager. Wer wirklich ökologisch und biologisch produzierte Lebensmittel konsumieren möchte, kaufe am besten beim Ökobauern oder auf dem Wochenmarkt ein. Den Hofladen der Magers erreicht man von Frankfurt in etwa einer halben Stunde. sad