Der VfB Stuttgart hat sich im Achtelfinal-Hinspiel gegen den spanischen Meister FC Barcelona wacker geschlagen, aber nur kleine Chancen, die nächste Runde zu erreichen. Im Hinspiel im mit 40.000 Zuschauern ausverkauften Stadion gab es nach Toren von Timo Gebhart und Zlatan Ibrahimovic ein 1:1 (1:0).
"Ich bin stolz auf jeden Einzelnen. Die Mannschaft ist marschiert ohne Ende", sagte VfB-Manager Horst Heldt. "Wir müssen im Rückspiel nur mit 1:0 gewinnen und dann sind wir weiter", fügte er schmunzelnd hinzu. "Aber auch so haben wir uns gut aus der Affäre gezogen." Sami Khedira sprach von einem "tollen Fight. Wir haben nur in der zweiten Halbzeit das Gegentor etwas zu früh bekommen. So wird es in Barcelona sehr, sehr schwierig".
Eine Halbzeit lang liefen die Katalanen wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen über die Baustelle des Stuttgarter Stadions. Der VfB dagegen marschierte in einem derartigen Hochgeschwindigkeitstempo nahezu pausenlos auf das Tor der Spanier zu, dass ein Tor nur eine Frage der Zeit sein konnte. Das fiel dann durch einen prächtigen Kopfball von Cacau, der nach einer nicht minder perfekten Flanken von Timo Gebhart einen Stellungsfehler von Puyol nutzte (25.).
Guter Hleb
Zur Pause hätten die Schwaben dann durchaus 3:1 führen können, zumal Schiedsrichter Bjorn Kuipers aus den Niederlanden zumindest einen Strafstoß hätte geben können. Einmal wegen Handspiel von Gerard Pique, das aber wohl unabsichtlich war, ein anders Mal bei einem völlig überflüssigen Check von Marquez an dem starken Gebhart. Auch Alexander Hleb überzeugte. Der aus Barcelona ausgeliehene Stuttgarter Großverdiener wirkte wie aufgedreht, gerade so, als hätte er nichts zu verlieren gegen seinen ehemaligen und womöglich auch zukünftigen Arbeitgeber.
Der schaffte es lange nicht, sein gefürchtetes Kurzpassspiel aufzubauen. Wie Ameisen liefen die Stuttgarter auf dem Platz umher und stellten dem Favoriten die Passwege mit unermüdlichem Einsatz zu. Xavi, der trotz Oberschenkelbeschwerden auflief, blieb ebenso geraume Zeit blass wie Iniesta.
Stürmer Thierry Henry war von dem zusehends verärgerteren Trainer Josep Guardiola zunächst auf der Ersatzbank belassen worden, er kam dann erst in der zweiten Halbzeit. Zlatan Ibrahimovic konnte von Nationalspieler Serdar Tasci zunächst noch gut in Schach gehalten werden. Und Weltstar Lionel Messi wurde regelmäßig gedoppelt, sobald er am Ball war. Der Argentinier sorgte dennoch für die gefährlichste Situation seines lethargischen Teams der ersten Hälfte. Seinen Schuss aus 19 Metern konnte der bis dahin fast beschäftigungslose Jens Lehmann fünf Minuten vor der Pause gegen den Pfosten lenken.
Sieben Minuten nach dem Wechsel war Lehmann jedoch machtlos. Nachdem nacheinander Delpierre und Tasci Kopfballduelle gegen Ibrahimovic und den abseitsverdächtigen Pique verloren hatten, traf der 1,90 große Schwede Ibrahimovic beim zweiten Versuch. Den ersten Schuss hatte Lehmann noch parieren können. Die Gäste drehten nun auf, den VfB verließen etwas die Kräfte, Pässe wurden ungenau gespielt, aber der VfB blieb nicht chancenlos. Für den folkloristischen Höhepunkt sorgte schließlich Jens Lehmann mit einer völlig überflüssigen eingesprungenen Blutgrätsche gegen den verdutzt abbremsenden Puyol.