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Clintons mea culpa: Mitschuld an Mexikos Drogenkrieg

Die neue US-Außenministerin Hillary Clinton stellt Mexiko 80 Millionen Dollar für den Hubschrauber-Kauf bereit - und gesteht eine Mitverantwortung für den Drogenkrieg im Land ein.

US-Außenministerin Hillary Clinton (l) wird von der Mexikanischen Außenministerin Patricia Espinosa bei ihrer Ankunft in Los Pinos begrüßt.
US-Außenministerin Hillary Clinton (l) wird von der Mexikanischen Außenministerin Patricia Espinosa bei ihrer Ankunft in Los Pinos begrüßt.
Foto: afp

Ciudad Juárez. Die USA haben erstmals in deutlichen Worten ihre Mitverantwortung für den Drogenkrieg in Mexiko eingestanden. "Unsere unersättliche Nachfrage nach illegalen Drogen heizt die Rauschgiftkriminalität an", sagte US-Außenministerin Hillary Clinton in Mexiko-Stadt.

Zudem räumte die Außenamtschefin ein, dass ein großer Teil der Morde im mexikanischen Drogenkrieg mit Waffen verübt werde, die aus den USA über die Grenze gelangen. "Unsere Unfähigkeit zu verhindern, dass illegal Waffen für diese Kriminellen geschmuggelt werden, trägt zum Tod von Polizisten, Soldaten und Zivilisten bei."

Das "Mea culpa" von Clinton ist ein wichtiges Zeichen an den südlichen Nachbarn, der immer wieder eine stärkere Mitverantwortung der USA im Kampf gegen die Kartelle eingefordert hat.

Clinton, die am Mittwoch zum Auftakt ihres zweitägigen Besuchs mit Präsident Felipe Calderón und Außenministerin Patricia Espinosa zusammentraf, sagte Mexiko zudem 80 Miollionen Dollar für den Kauf von Blackhawk-Hubschraubern zu, mit denen die Drogenkartelle bekämpft werden sollen.

Dieses Geld wird zusätzlich zu den 720 Mio. Dollar bereitgestellt, die der US-Kongress diese Woche zur Sicherung der Grenze zu Mexiko freigegeben hatte.

Die Ministerin anerkannte, dass der Kampf gegen die Mafias eine gemeinsame Aufgabe beider Staaten sei. Sie kündigte in diesem Zusammenhang die Einrichtung eines gemeinsamen Büros in Mexiko-Stadt an, von dem aus künftig die Zusammenarbeit gegen das Organisierte Verbrechen koordiniert werden soll.

"Die Kriminellen versuchen gewaltsam, das Fundament der Freundschaft und des Vertrauens zwischen den USA und Mexiko zu zerstören", kritisierte Clinton. "Aber sie werden scheitern".

Der Rauschgifthandel und die damit einhergehenden Revierkämpfe der Kartelle vor der Haustüre der USA haben sich in diesem Jahr zum größten Zankapfel der beiden Nachbarn entwickelt. Washington warf der Regierung Mexikos wiederholt vor, in weiten Teilen des Landes die Kontrolle an die Mafias verloren zu haben.

Calderón antwortete mit der Kritik, dass die USA die Waffen für die Kartelle lieferten und zugleich mit dem größten Rauschgiftmarkt der Welt im eigenen Land das Geschäft anheizten. Tatsache ist, dass es entlang der 3200 Kilometer langen Grenze rund eintausend Waffengeschäfte gibt, in denen sich die Kartelle ungehindert mit teilweise schweren Waffen eindecken.

Vor allem in der Grenzstadt Ciudad Juárez, die dem texanischen El Paso gegenüberliegt, war die Gewalt Anfang des Jahres explodiert. 231 Menschen wurden allein im Februar im Kampf zwischen zwei rivalisierenden Kartellen ermordet. Präsident Calderón sandte daraufhin 5000 zusätzliche Soldaten in die 1,5-Millionen-Stadt, die seither einer von 10.000 Soldaten und Bundespolizisten besetzten Stadt gleicht.

Zwar sind die Morde in Ciudad Juárez drastisch zurück gegangen, aber in anderen Landesteilen sterben täglich weiter mehr als ein Dutzend Menschen im Kampf der Kartelle untereinander oder gegen den Staat. Am Mittwoch waren es 19 Menschen; in diesem Jahr sind es bereits 1500 in ganz Mexiko. Und seit Calderón vor gut zweieinviertel Jahren sein Amt antrat und den Kartellen den Krieg erklärte, verloren 10.000 Menschen im Kugelhagel ihr Leben oder wurden von den Kartellen hingerichtet.

Autor:  KLAUS EHRINGFELD
Datum:  26 | 3 | 2009
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