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Energiekosten: Verbraucher können viel sparen

Der Energieverbrauch hat einen großen Anteil an den Ausgaben der privaten Haushalte. Und er bietet ein enormes Sparpotenzial. Denn die Preise für Strom und Gas sind regional sehr unterschiedlich. Ein Vergleich lohnt sich. Von Martin Brust

Überall in Hessen hat Strom die gleiche Spannung, aber nicht denselben Preis.
Überall in Hessen hat Strom die gleiche Spannung, aber nicht denselben Preis.
Foto: ddp

Der Energieverbrauch hat einen großen Anteil an den Ausgaben der privaten Haushalte. Und er bietet ein enormes Sparpotenzial. Denn nach Angaben des Verbraucherportals Toptarif.de gibt es in Hessen besonders große regionale Preisunterschiede. Toptarif hat die günstigsten Angebote der lokalen Versorgungsunternehmen untersucht. Dabei wurde ein Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden Strom und 20 000 Kilowattstunden Gas unterstellt. Das entspricht einem vierköpfigen Haushalt in einem Reihenhaus.

Dafür werden in Wetzlar 2349 Euro im Jahr fällig, in Maintal hingegen nur 1980, eine Spanne von fast 370 Euro. Laut Toptarif ist der Strom in Herborn am teuersten, am billigsten in Kassel. Für Gas zahlen dagegen die Kunden der Energiegesellschaft Frankenberg am meisten, jene der Maintal-Werke am wenigsten. Die hessischen Kunden könnten beim Bezug von Elektrizität bis zu 18,5 Prozent sparen, beim Gas sogar bis 36 Prozent - je nach Wohnort.

Derzeit dämpft laut statistischem Bundesamt der Preisrückgang im Bereich Energie die Entwicklung der Verbraucherpreise. Insbesondere Mineralölprodukte waren im April 2009 fast 20 Prozent günstiger als im Vorjahr, die Energiepreise insgesamt verbilligten sich um 5,2 Prozent. Das gilt jedoch nicht für die Preise der so genannten Haushaltsenergieträger: Gas war fast fünf und Strom sogar knapp sieben Prozent teurer als vor einem Jahr. Damit setzt sich der Trend steigender Energiepreise derzeit noch fort, obwohl die Rohölpreise sich gegenüber ihren Rekordhöhen im vergangenen Jahr drastisch verbilligt haben. Der Gaspreis ist an den für Rohöl gekoppelt.

Die Liberalisierung auf dem Energiemarkt hat für Wettbewerb bei den Strompreisen gesorgt. Auch der Gasmarkt für den privaten Verbraucher kommt in Bewegung. Allerdings ist die Tarifvielfalt auch unübersichtlich: Etwa 900 Stromanbieter mit über 8000 Tarifmodellen kämpfen in Deutschland um den Verbraucher. Das Tarifdickicht hat eine Fülle an Vergleichsdiensten im Internet hervorgebracht, bei denen Verbraucher sich einen günstigen Strom- oder Gastarif heraussuchen lassen können.

Hierbei ist Aufmerksamkeit ratsam, denn unter Hunderten Vergleichsrechnern hat die Stiftung Warentest nur elf eigenständige ausfindig gemacht. Die wurden im vergangenen Jahr auf die Qualität ihrer Auskünfte untersucht. Toptarif landete mit der Gesamtnote "Gut" auf dem dritten Platz. Das "rundum gute Portal", so die Tester, "findet einige der günstigsten Tarife nicht". Bei der Untersuchung wurde nur ein Vergleichsportal mit "Sehr gut" bewertet, zwei weitere außer Toptarif mit "gut" und sieben mit "Befriedigend" oder "Mangelhaft".

Wechselwillige Verbraucher sollten neben dem Preis auch die Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen beachten. Bei Tarifen mit Vorauskasse besteht das Risiko der Anbieterpleite, bei Paketangeboten bezahlt man oft mehr, als tatsächlich verbraucht wird. Außerdem sollte berücksichtigt werden, ob der Anbieter Ökostrom oder Atomstrom produziert. Und wenn der örtliche Versorger teurer ist als die Billigtocher eines großen Konzerns, dann kann der Grund dafür auch in der Querfinanzierung weiterer kommunaler Angebote wie Nahverkehr oder Schwimmbad liegen. Schwächen die Bürger den kommunalen Energieversorger, so zahlen sie vielleicht bald mehr Steuern und Abgaben zur Finanzierung der örtlichen Buslinie.

Autor:  Martin Brust
Datum:  16 | 6 | 2009
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