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Fehlende Krippenplätze: Gewerkschaften schlagen Alarm

Zu wenig Plätze, zu wenig Erzieherinnen: Ab 2013 gibt es den Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz, doch es fehlt an allen Ecken und Enden. Der DGB schlägt einen "Rettungsplan" vor. Von Markus Sievers


Foto: ddp

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert einen "Rettungsplan für den Rechtsanspruch" auf Kleinkinderbetreuung von 2013 an. Eigentlich müsste "jetzt die heiße Phase des Krippenausbaus beginnen", heißt es in einem Papier von DGB-Vize Ingrid Sehrbrock, das der Frankfurter Rundschau vorliegt. "Der Aufbruch in Sachen frühkindlicher Bildung fällt jedoch ernüchternd aus, der Krippenausbau kommt nur schleppend voran", beklagt der DGB.

Sehrbrock weist in ihrer Analyse nicht nur auf finanzielle Nöte der Kommunen hin, sondern warnt auch vor einem dramatischen Mangel an Erzieherinnen und Erziehern. "Der Krippenausbau droht auch an einem massiven Fachkräftemangel zu scheitern", schreibt die stellvertretende DGB-Vorsitzende. Wenn die Politik ihr Versprechen auf den Rechtsanspruch einlösen wolle, müssten innerhalb von vier Jahren fast 50.000 Erzieherinnen und Erzieher eingestellt werden. "Jahr für Jahr verlassen nur 7000 ausgebildete Fachkräfte die Fach- und Hochschulen", betont Sehrbrock. Die Länder müssten daher ihre Ausbildungskapazitäten deutlich ausbauen. Auch könnten Umschulungen helfen, wenn es dabei nicht zu "pädagogischen Billiglösungen" komme.

Zudem stehe die Politik in der Pflicht, den Beruf attraktiver zu gestalten. "Zu den heutigen Bedingungen lässt sich kaum gut qualifiziertes Personal für unsere Kitas finden", meint Sehrbrock. Eine Berufseinsteigerin erhalte heute 2040 Euro brutto für eine Vollzeitstelle. Nach sieben Jahren könne sie auf eine Gehalt von 2400 Euro kommen. "Die schlechte Bezahlung steht auch krassem Widerspruch zu den gestiegenen Anforderungen an die Arbeit der Erzieherinnen und Erzieher und zeigt einmal mehr, dass die Arbeit mit Menschen schlechter bezahlt wird als die Arbeit mit technischen Mitteln", so Sehrbrock.

Die Gewerkschafterin, die der CDU angehört, ruft die Koalition zur Umkehr ihrer Familienpolitik auf. "Kommt das Betreuungsgeld und scheitert der Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz, wäre das in der Tat - frei nach der früheren Familienministerin Ursula von der Leyen - eine gesellschafts- und bildungspolitische Katastrophe."

Autor:  Markus Sievers
Datum:  12 | 1 | 2010
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