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Frankfurts Zoo-Theater: Schweigen ist Gold

Je weniger der Zuschauer vorher über "Die Falle" weiß, desto besser für ihn. Ernsthaft. Die Parallele zu Clint Eastwoods Kinofilm "Der fremde Sohn" tut übrigens weiter nichts zur Sache. Von Judith von Sternburg

Szene aus Die Falle.
Szene aus "Die Falle".
Foto: www.fritzremond.de

Je weniger der Zuschauer vorher über "Die Falle" weiß, desto besser für ihn. Ernsthaft. Worüber also schreiben?

Klaus-Ulrich Jacobs Bühnenbild für das Frankfurter Rémond Theater ist so detailreich und ansehnlich, wie weiland die Wohnungseinrichtungen für die Durbridge-Verfilmungen der ARD. Ein Landhaus soll hier dargestellt werden, draußen färbt sich der Himmel abendlich, drinnen wurde geschmacklich zweifelhaft, aber realistisch mit Naturstein dekoriert. Äußerste Anspannung befreit Christopher Krieg von der delikaten Pflicht, im Kamin tatsächlich ein Feuer zu entfachen.

Denn Regisseur Rüdiger Hentzschel, der Krieg als mit Abstand agilster Figur freien Lauf lässt (recht so), achtet darauf, dass alles gut aufgeht und im weitesten Sinne realistisch bleibt. Krieg, dies darf man verraten, spielt einen Mann, dem seine Frau abhanden gekommen ist. Nach einigen Stückminuten bringt ein netter Abbé (Ivan Vrgoc) sie wieder nach Hause, aber er erkennt sie nicht oder will sie nicht erkennen. Wer gut aufpasst und ihren Vornamen mit dem Vornamen der Figur vergleicht, die Verena Wengler laut Programmheft spielt, der ist schon einen Schritt weiter. Wengler lässt allerdings von vornherein durchblicken, dass sie es faustdick hinter den Ohren hat. Die verblüffende Parallele zu Clint Eastwoods Kinofilm "Der fremde Sohn" tut übrigens weiter nichts zur Sache.

Karl-Heinz von Hassel, den unsereiner im ersten Moment immer noch für Hauptkommissar Brinkmann hält, ist auch als französischer Kriminaler besonnen und keine Ausgeburt an Mimik und Lebhaftigkeit. Da das Publikum bald lernt, gegen jedermann auf der Bühne misstrauisch zu sein, ist jedoch gerade seine eherne Seriosität hier von Reiz. Aber er doch nicht ..., werden Sie denken.

Die Krimikomödie "Die Falle" leugnet nicht, dass sie in diesem Jahr 49 wird. Ihr Autor, der Franzose Robert Thomas (1927-1989), wurde hierzulande unter anderem auch mit "Acht Frauen" bekannt. "Die Falle" - so ging es zu im Krimi, bevor Globalisierung und der Alles-war-ja-schon-da-Effekt uns manche Mitratefreude nahmen - schreitet gemächlich voran und ist zugleich völlig auf Pointen ausgerichtet. Herrlich gelingen die Szenen, in denen die Masken fallen. Zur Pause kann sich jeder erfahrene Krimifreund was ausrechnen. Und doch war das Hallo am Ende groß. Einige werden das Stück zwar kennen. Aber wer erinnert sich heutzutage noch an den Ausgang der "Mausefalle"?

Fritz Rémond Theater im Zoo, Frankfurt: bis 8. März. www.fritzremond.de

Autor:  JUDITH VON STERNBURG
Datum:  31 | 1 | 2009
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