Aktuell: Schwerpunkt "Arbeit - unsere Religion" | Germanwings-Absturz | Blockupy Frankfurt | Fußball-News | "Lieber Fanatiker"
25. November 2008

GfK-Konsumklimaindex: Verbraucher trotzen der Krise

 Von 
Ein leichtes Plus beim Konsum und steigende Konsumausgaben des Staates haben Deutschland vor einem noch tieferen Absturz in die Rezession bewahrt. (Symbolbild)  Foto: Foto: dpa

Banken- und Autokrise hin oder her: Die Verbraucher haben genug vom Pessimismus. Sinkende Ölpreise und höhere Löhne machen Mut. Die Statistik zeichnet weiter ein anderes Bild.

Drucken per Mail

Nürnberg/Wiesbaden. Viele Banken stecken tief in der Krise, die Autobauer wissen kaum weiter, die Chemiebranche könnte es als nächstes treffen - doch die Verbraucher haben offenbar genug vom Pessimismus. Zwar sehen sie die Wirtschaftsentwicklung insgesamt etwas skeptischer als im Vormonat.

Aber wenn es um ihre ganz persönliche ökonomische Lage geht, äußern sie sich zuversichtlich. So lassen sich die aktuellen Zahlen des Konsumklimaindex der Nürnberger Marktforscher GfK übersetzen. Für Dezember erwarten die Forscher einen Anstieg auf 2,2 Punkte, von 1,9 Punkten im November.

Kein Wunder: Die Heizöl- und Benzinpreise sinken, die jüngsten Tarifabschlüsse in der Metall- und Elektroindustrie versprechen mehr Geld im Portemonnaie - und manch einer freut sich auf das Weihnachtsgeld, das demnächst auf dem Konto eintrifft. Auch wenn es oft nicht mehr so viel ist wie ein ganzer Monatslohn.

"Die Verbraucher gehen davon aus, dass sie persönlich von dem Konjunkturtief nicht so stark betroffen sein werden", fasst GfK-Autor Ralf Bürkl die auf den ersten Blick etwas überraschende Lage zusammen. Entsprechend gut gelaunt, so hoffen die Einzelhändler, könnten nun die Deutschen in die Läden zum Weihnachtseinkauf strömen.

Zum vergleichsweise stabilen Konsumklima habe die niedrige Arbeitslosigkeit ebenso beigetragen wie die gesunkene Inflationsrate, sagt die GfK. Wie sich die Verbraucherlaune in den kommenden Monaten entwickeln werde, hänge nun vom weiteren Verlauf der Rezession und ihren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt ab, sagt die GfK. Das leuchtet ein.

Wirtschaftsleistung sinkt um 0,5 Prozent

Das leichte Plus beim privaten Konsum und steigende Konsumausgaben des Staates haben Deutschland im dritten Quartal vor einem noch tieferen Absturz in die Rezession bewahrt. Im Sommer schrumpfte die Wirtschaftsleistung zum zweiten Mal in Folge.

Von Juli bis Ende September ging das Bruttoinlandsprodukt real um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zurück, teilt das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit - und bestätigt damit seine ersten Zahlen von Mitte November. Im zweiten Quartal hatte es ein Minus von 0,4 Prozent gegeben. Ökonomen sprechen bei zwei aufeinanderfolgenden Quartalen mit negativen Wachstumsraten gemeinhin von einer Rezession.

Positive Wachstumsimpulse kamen im dritten Quartal nach Angaben des Bundesamts alleine aus dem Inland: Die privaten Konsumausgaben nahmen saison- und kalenderbereinigt um 0,3 Prozent zu, die Konsumausgaben des Staates waren um 0,8 Prozent höher als im zweiten Quartal 2008. Gebremst wurde das Wachstum unter anderem durch schwächere Exporte und die hohen Ölpreise.

Im Jahresvergleich sank die Wirtschaftsleistung im dritten Quartal preisbereinigt um 1,3 Prozent. Auch hier wurden die vorläufigen Daten bestätigt. Kalenderbereinigt betrug die Zuwachsrate nur 0,8 Prozent, weil das dritte Vierteljahr 2008 einen Arbeitstag mehr hatte als der Vorjahreszeitraum. Dank des starken Jahresauftaktes 2008 mit einem Wirtschaftswachstum von real 1,4 Prozent stehen nach den ersten drei Quartalen unterm Strich laut Statistik 1,8 Prozent Wachstum.

Erst am Vortag hatte das Münchner Ifo-Institut über eine weitere Verschlechterung der Stimmung in der deutschen Wirtschaft berichtet. Der Geschäftsklimaindex sank im Zuge der weltweiten Finanzkrise im November zum sechsten Mal in Folge von 90,2 Punkten im Vormonat auf 85,8 Punkte. Damit ist die Stimmung in der deutschen Wirtschaft so schlecht wie seit 15 Jahren nicht mehr.

In einer Umfrage des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) rechnete ein Drittel der Unternehmen für das kommende Jahr mit Stellenabbau. (mit dpa)

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus
Anzeige

Anzeige

"Hart aber fair", ARD

Kommt der Scheich, geht die Moral

Von Thomas Geisen |
"Unsere wüsten Freunde – kaufen die Scheichs nach der WM auch unsere Moral?". Zu Gast bei Frank Plasberg (r): v.l.n.r. Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD), Anton F. Börner (Unternehmer, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e.V), Stefan Effenberg (ehem. Profi-Fußballer), Wolfgang Huber (Ev. Theologe, ehem. EKD-Ratsvorsitzender 2003-2009) und Jürgen Trittin, (B‘90/Grüne, Bundestagsabgeordneter).

Sind wir ein Volk von Moralisten? Oder von Materialisten? Bei „Hart aber fair“ sind sich Sportler, Politiker und ein Theologe einig: Diese WM ist eine Farce, ein Skandal.  Mehr...

"Die Spur der Troika", ARD

„Ich wurde erpresst“

Die Troika besteht aus Vertretern des IWF, der EZB und der Europäischen Kommission.

Eine Dokumentation fragt, wie einige nicht gewählte Beamte den ärmeren EU-Staaten ihr Regierungshandeln diktieren konnten. Mehr...

"The Team", ZDF

Europudding

Von D.J. Frederiksson |
Harald Bjørn (Lars Mikkelsen,li.) Jackie Müller (Jasmin Gerat,mitte),Alicia Verbeek (Veerle Baetens,re.)

Die internationale Krimi-Miniserie „The Team“ unter leitender Aufsicht des ZDF soll Vorreiter für eine neue deutsche Seriengeneration sein, scheitert aber auf ganzer Ebene.  Mehr...

Slobodan Medojevic

Die alten Leiden des jungen M.

Wartet weiter auf seine Chance: Mittelfeldspieler Slobodan Medojevic.

Slobodan Medojevic kommt bei Eintracht Frankfurt nicht in Tritt. Der Mittelfeldspieler bekommt Spritzen wegen seiner lädierten Achillessehne. Mehr...

Eintracht Frankfurt

Eine Frage der Personalpolitik

Ein trotz Sieg nachdenklicher Sportmanager Bruno Huebner auf dem Platz.

Wie Eintracht Frankfurt versuchen will, in der Zukunft vielleicht doch mal wieder europäisch zu spielen. Mehr...

FR-Videokolumne vom 22.3.

Sprachlos nach Stuttgart

Videonachrichten
Twitter

Anzeige

Reisewetter
Reisewetter
Die FR auf Ihrem Smartphone

Unterwegs top informiert - holen Sie sich FR-Online.de aufs Handy. Neben News bekommen Sie Sport-Liveticker, die Verkehrslage, das Kinoprogramm samt Trailer, TV-Tipps und das lokale Wetter. Ganz ohne App: mobil.fr-online.de.

Kalenderblatt 2015: 2. April

Das aktuelle Kalenderblatt für den 2. April 2015: Mehr...

Germanwings-Absturz

Depression ist kein Mordmotiv

Von Torsten Harmsen |
Eine Germanwings-Maschine nach dem Strat in Köln-Bonn.

Die Spekulationen über die Motive des Copiloten von Germanwings entbehren einer sachlichen Grundlage. Deshalb ist auch die Idee, die ärztliche Schweigepflicht einzuschränken, vollkommen verfehlt. Der Leitartikel. Mehr...

Times mager

Mehr Ö wagen

„Öbladi öblada“.

Nur die OECD und Goethe zeigen sich hart angesichts eines oft unterschätzten Buchstabens, den es namentlich im österlichen Zusammenhang zu preisen gilt. Mehr...

Kommentar Radsport

Frühjahrsputz

Vincenzo Nibali : Aus für Astana?

Das Team Astana gehört verbannt. Winokurow und seiner Blutsbande muss endlich das Handwerk gelegt werden. Ohne Wenn und Aber. Deshalb ist es auch völlig unerheblich, wann Astana die Lizenz entzogen wird, ob nun am Donnerstag oder erst in zehn Tagen. Ein Kommentar. Mehr...

Gesundheitswesen

Wider das Gemeinwohl

Das Versorgungsstärkungsgesetz enthält gute Ansätze, strukturelle Verwerfungen zu überwinden und die Gesundheitsversorgung zu verbessern: Sicherung der hausärztlichen Grundversorgung, Überwindung der Sektorengrenzen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung, Förderung von Prozessinnovationen und vieles mehr.

Im Gesundheitswesen denkt jeder nur an sich: Es ist immer wieder erstaunlich, mit welcher Chuzpe die Interessensvertreter versuchen, anstelle des Gemeinwohls aller ihre eigenen Partikularinteressen zu setzen. Mehr...

Archiv von FR-Online

Schauen Sie mit uns zurück auf die vergangenen zehn Jahre: Auf den Tag genau sehen Sie in unserem Archiv, wann was Thema war.

Facebook