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07. Dezember 2009

Giftiges Spielzeug: Aigner kündigt nationale Schritte an

Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt vor giftigem Kinderspielzeug - insbesondere Billigware soll betroffen sein. Foto: dpa

Die Richtlinie der EU greift nicht: In Kinderspielzeug schlummern oft krebserregende Chemikalien. Verbraucherministerin Aigner ermahnt Brüssel - und will zugleich den Schutz im eigenen Land ausbauen.

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Berlin. Nach der Warnung von krebserregenden Chemikalien in Kinderspielzeug durch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat Verbraucherschutzministerin Ilsa Aigner (CSU) die EU-Richtlinie scharf kritisiert. Sie verstehe nicht, warum Brüssel nichts tue - das könne sie nicht akzeptieren, sagte die CSU-Politikerin in der ARD.

Sie kündigte an, den Schutz auf nationaler Ebene auszubauen. Zugleich wolle sie gegenüber der neuen EU-Kommission auf eine neue Richtlinie dringen.

Auch die Europäische Kommission reagiert - und prüft gesetzliche Nachbesserungen. Wenn Verschärfungen notwendig seien, werde die Kommission handeln, sagte ein Sprecher des zuständigen Industriekommissars Günter Verheugen in Brüssel.

Das BfR hatte zuvor in einer Stellungnahme für die Bundesregierung darauf hingewiesen, dass "dringender Handlungsbedarf" bestehe. Demnach übersteigen die im Spielzeug gemessenen gefährlichen Substanzen den Unbedenklichkeitswert zum Teil um das Hundertfache.

In diesem Zusammenhang hatte das Institut auf eine "steigende Zahl von Krebserkrankungen" bei Kindern verwiesen. Die seit einem Jahr gültige EU-Spielzeug-Richtlinie hält das Institut für völlig unzureichend.

Eine der besonders gefährlichen und häufig verwendeten chemischen Mischungen sollte laut EU-Spielzeugrichtlinie nur bis zu einer Konzentration von 100 Milligramm pro Kilogramm im Spielzeug vorhanden sein. "Schon in diesem Fall können Kinder bei einstündigem Hautkontakt ein Vielfaches dessen aufnehmen, was im Rauch von 40 Zigaretten am Tag enthalten ist", warnten Wissenschaftler.

Bereits im September hatte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) eine Nachbesserung der EU-Spielzeugrichtlinie gefordert. Am vergangenen Wochenende kündigte sie ein Importverbot für riskantes Spielzeug an.

Angaben zu Herstellern oder Produkten mit besonders hohem Anteil an krebserregenden Stoffen machte das Institut für Risikobewertung nicht. Vor allem Billigprodukte wiesen höhere Werte auf, sagte eine Sprecherin auf Anfrage. Verbraucher sollten daher auf das Gütesiegel "GS - geprüfte Sicherheit" achten. (dpa/afp)

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