Die Hauptschule hat das Stigma der "Verliererschule". Jeder fünfte Schüler in Hessen verlässt die Hauptschule oder den Hauptschulzweig kooperativer Gesamtschulen ohne Abschluss. Selbst Abgänger mit Hauptschulabschluss haben es schwer, einen Ausbildungsplatz zu finden. "Aber die Hauptschule leistet deutlich bessere Bildungsarbeit als ihr Ruf vermuten lässt", kontert Kultusministerin Karin Wolff (CDU). Neben dem klassischen Fach Arbeitslehre, das die Vorbereitung auf den Beruf thematisiert, werden leistungsschwache Schüler in so genannten "SchuB-Klassen" aufgefangen.
"SchuB" steht für "Schule und Betrieb". In den Klassen bekommen vom schulischen Scheitern bedrohte Jugendliche mit sehr schlechten Noten und zahlreichen Fehlstunden in den Klassen 8 und 9 auf die Kernfächer reduzierten Unterricht. Zugleich arbeiten sie zwei Tage pro Woche in Betrieben. Voraussetzung ist der Abschluss einer Erziehungsvereinbarung, in der sich Schüler und Eltern zur Pünktlichkeit und Mitarbeit verpflichten. Der Unterricht wird sozialtherapeutisch begleitet. Erst im August verkündete das Kultusministerium die ersten Erfolge von "SchuB": Von 206 Schülerinnen und Schülern, welche die Klassen erstmals ganz durchlaufen haben, erreichten 188 den Hauptschulabschluss.
Ferner soll das Profil der Hauptschule geschärft werden. "Wir schaffen eine bessere Vergleichbarkeit und erhöhen damit die Wertigkeit des Hauptschulabschlusses", sagt Wolff. Dazu zählen schulinterne und landesweite Vergleichsarbeiten sowie zentrale Abschlussprüfungen. Zudem sollen die Kernfächer Mathematik und Deutsch gestärkt werden sowie der Umgang mit dem Computer und digitalen Medien im Fach Arbeitslehre. mbu