Lea Büser trägt ein Kleid in der richtigen Farbe. Rot. Denn der Mann am Mikrophon neben der Sängerin hat, wie es bei Heimspielen in Frankfurt zur Freude aller Eintracht-Fans laut im Stadion zu hören ist, ein "Herz rotschwarz gestreift".
Die Single, nach "Kühler Kopf und hessisches Herz" für den Eishockey-Club Frankfurt Lions schon die zweite Vereinshymne aus der Feder von Hendrik "Henni" Nachtsheim, wird eine von elf Nummern auf dem neuen Album sein. Titel: "...dann tanzt die Omma mit George Clooney!"
Das neue Programm "...dann tanzt die Omma mit George Clooney!" startet am Samstag, 7. Februar, um 19 Uhr (Einlass) im Frankfurter Sinkkasten.
Die FR verlost fünfmal je zwei Karten für die Premiere. Wer die Tickets gewinnen will, sollte bis Donnerstag, 5. Februar, 14 Uhr, eine E-Mail an verlosung@fr-online.de schicken. Als Betreff bitte unbedingt "Nachtsheim" angeben. Der Versand mehrerer Mails erhöht die Gewinnchancen nicht. Weitere Live-Auftritte von Henni Nachtsheim und die Band sind unter anderem wie folgt (Details finden sich im Internet unter der Adresse www.henninachtsheim.de):
13. Februar, Die Scheuer, Wörsdorf/Idstein. 14. Februar, Treffpunkt, Neu-Isenburg. 27. Februar, Nieder Kinzig/Bad König, Hans-Neidig-Halle. 28. Februar Oxygen-Club, Bad Endbach. 4. April, Rödermark, Kelterscheune. 17. April, Rosbach/Friedberg, Adolf-Reichwein-Halle . 18. April, Wiener Hof, Offenbach. 15. Mai, Bürstadt, Ratskeller. 16. Mai, Schrecksbach, My Lord. 23. Mai, Heppenheim, Amtshof Open Air, Im Amtshof (mit Rodgau Monotones). 26. Juni, Hofheim/Taunus, Kellereiplatz, Kreisstadtsommer (mit Rodgau Monotones). 27. Juni, Bad Hersfeld, Innenstadt, Deutscher Behindertentag, Open Air. 2. Oktober, Bischofsheim, Bürgerhaus, HoTi Events (mit Rodgau Monotones). 13. November, Schanz, Mühlheim am Main.
Album-Release-Party ist am Freitag, 29. Mai. Zum Konzert im Sendesaal des Hessischen Rundfunks in Frankfurt werden Edo Zanki, Sascha, die Fußballspieler von Eintracht Frankfurt und viele andere Freunde der Band erwartet.
Um intensiv für die nächste Tour von Henni Nachtsheim und Band zu proben, hat sich die Gruppe in einen Keller tief im Rodgau vergraben. Der Chef singt wie auch Lea Büser, am Schlagzeug wirbelt Oli Rubow, Martin Johnson sitzt am Keyboard, Almut Ritter spielt Geige, Ali Neander wechselt zwischen E- und A-Gitarre, Frowin Ickler zaubert am Bass.
Das ist die Band, die sich Henni Nachtsheim und Ali Neander vor drei Jahren zusammengestellt haben. "Wir saßen da wie ein Vereinsvorsitzender und ein Trainer und haben einen Wunschzettel mit unseren Lieblingskandidaten geschrieben." Nachtsheim lächelt. "Und wir haben sie alle gekriegt, die Band ist ein totaler Glücksgriff. Wir haben hier eine ganz giggelige, tolle Stimmung, es ist während der Proben wie auf einer ganz besonderen Klassenfahrt."
Der Musiker, Autor, Comedian und Schauspieler will sich in diesem Jahr ganz auf die Tour und das zweite Solo-Album mit seiner Band konzentrieren. Sein Duo Badesalz mit Gerd Knebel, zuletzt mit "Dugi Otok" in Berlin, Hamburg, am Bodensee und in vielen anderen großen Hallen auch außerhalb Hessens ausverkauft und gefeiert, wird erst im kommenden Jahr ein neues Programm starten.
"Einzelne Auftritte mit einem unserer schönsten Programme bisher sind zwar noch im März geplant, aber das hier hat in diesem Jahr Vorrang", sagt der wirbelige Blonde mit Blick auf die Truppe. Auf der Tour wollen sie auch Stücke aus dem ersten Album "Es wird Zeiten geben" spielen, darunter einige Balladen.
Auch die aktuellen Texte sind echte Nachtsheim-Werke. Sie widmen sich etwa der Frage, wie es ist, wenn jedes Jahr im Sommer die Fee im Glitzerkleid vom Feen-Dachverband ins Altersheim kommt und alle Träume erfüllt: "Dann tanzt die Omma mit George Clooney, der Oppa isst mit JLo Erdbeereis", zum Beispiel. Oder Anton, "schon so lange ohne Führerschein, mit dem Rollator von Ferrari darf er noch einmal Erster sein".
Schreiben, sagt der Mann, der schon nach einer Woche Urlaub unruhig wird, "wenn sich der Mario nicht per Handy meldet" (Manager Mario Burkard, Anmerkung der Redaktion), sei kein Stress für ihn, sondern Freude. Deshalb brauche er auch nicht mehr als zwei Wochen Pause im Jahr. Der Henni-Dampf-in-allen-Gassen findet Ideen zwar auch auf der Straße, betont aber, "dass es eine Legende ist, zu glauben, dass dort alle Dialoge saulustig sind". Sprich: Ganz ohne Arbeit geht es doch nicht, aus einem kleinen Witz einen großen Refrain zu machen.
Nachtsheim verwendet alles und ist wie ein Schwamm, ob Jamba-Frösche, eine Persiflage auf den "Klingelsound-Kack", ob Paninibilder des Lieblingsfußballers für die Angebetete oder verlorene Wetten. "In einem Stück habe ich mich auch mit der Attraktivität von Nordic Walking beschäftigt." Das klingt vornehmer, als es ist. Ein Auszug: "Wenn Du wirfst en Bumerang, und der steckt in deinem Darmausgang, ist das eigentlich nicht cool, ist das eigentlich nicht lustig, und statt gutgelaunt wird man eher frustig, doch vergiss nicht... Nix sieht blöder aus als Nordic Walking."
Aha. "Irgendwas fehlt immer", attestiert der Texter dem Leben in einem anderen Song - und den Liebesdingen: "Alles Theorie". Weil: "Wenn sie erstmal vor Dir steht und mit einem Griff dein Hirn rausdreht, dann glaub mir, dann bist du quasi tot, denn das einzige, was von dir übrigbleibt, ist ein hohler Vollidiot."