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Hoffenheim-Schalke 1:1: Ehrenrunde ohne Rangnick

Hoffenheims Himmelsstürmer haben den Herbstmeistertitel und können dank Tebers Freistoßtor an der Spitze überwintern - Gelb-Rot gab es für Jones und Engelaar. Von Reinhard Sogl

Hoffenheims Demba Ba (Senegal, oben) spielt gegen Schalkes Benedikt
Hoewedes.
Hoffenheims Demba Ba (Senegal, oben) spielt gegen Schalkes Benedikt Hoewedes.
Foto: ddp

Auf die Ehrenrunde hat Ralf Rangnick denn doch verzichtet. Dabei wäre der Trainer der TSG Hoffenheim drei Jahre nach seinem provozierten Rauswurf bei Schalke 04 sicher nicht entlassen worden, hätte er sich zusammen mit seinen feiernden Spielern nach dem neunten und letzten Auftritt des Aufsteigers im Mannheimer Carl-Benz-Stadion von den Fans volksnah wie weiland in Gelsenkirchen verabschiedet.

Doch Rangnick war nach dem 1:1 gegen seinen früheren Arbeitgeber Schalke 04 nicht nach Jubel zumute. "Mit diesem Unentschieden müssen wir leben, der vor einer Woche verlorene Punkt hat mehr weh getan", verriet Rangnick die Langzeitwirkung der Niederlage in München. Nach emotionalen 90 Minuten zum Abschluss der Hinrunde zollte er dem Gegner Lob für eine couragierte Vorstellung: "Es war heute einfach so: Schalke hat gut gespielt."

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Tänzchen und Jubel auf dem Rasen.
Tänzchen und Jubel auf dem Rasen.
Foto: storch

Es war freilich einfach auch so: Der Tabellenführer hat vergleichsweise schlecht gespielt, weil er seinen gefürchteten Hochgeschwindigkeitsfußball nicht aufziehen konnte. Selbst gegen nur noch neun Schalker am Ende nach gelb-roten Karten gegen Jermaine Jones und Orlando Engelaar mangelte es dem Spiel des Aufsteigers an Übersicht. Das hatte zum einen damit zu tun, dass die Schalker Taktik, die Räume eng zu machen, bis zum Schlusspfiff griff; zum anderen ließ Hoffenheim anfangs Biss und am Ende Kaltschnäuzigkeit vermissen. Erst als Rangnick zur zweiten Halbzeit den überraschend aufgebotenen Isaac Vorsah durch Stammkraft Luis Gustavo ersetzte, kamen die Gastgeber besser in die Zweikämpfe. Im Mittelfeld machte sich der krankheitsbedingte Ausfall von Kreativkraft Carlos Eduardo negativ bemerkbar - die Hoffenheimer Angriffsmaschine kam nicht auf Touren.

Auch die Schalker mussten umstellen. Für den angeschlagenen Kevin Kuranyi rückte Halil Altintop ins Angriffszentrum. Der Wechsel bedeutete alles andere als eine Schwächung der Schalker Offensive. Bereits in der achten Minute prüfte Altintop mit einem Drehschuss den von den Fans lautstark gefeierten TSG-Torhüter Daniel Haas in dessen letztem Spiel als Stammkraft vor der Ära Timo Hildebrand. Von Beginn an spielte Schalke wie sonst der Aufsteiger, die Gäste befleißigten sich des von Rangnick so forcierten Spiels gegen den Ball deutlich stärker als der Favorit. Mit energischem Einsatz und routiniertem Passspiel schufen sich die Westfalen ein Übergewicht.

Bis zur 18. Minute war Torhüter Manuel Neuer nur als Anspielstation für seine Vorderleute gefragt, dann wurde er richtig gefordert. Beim Freistoß von Salihovic lenkte Neuer den Ball mit einer Klasseparade zur Ecke. Es schien die Initialzündung für die Hausherren zu sein, die nun besser ins Spiel kamen. Doch in den Hoffenheimer Sturm und Drang fiel die Schalker Führung. Einen Zuckerpass von Altintop auf den Elfmeterpunkt nutzte Asamoah in der 40. Minute zum 1:0. Rangnick brachte kurz nach der Pause Selim Teber für den angeschlagenen Chinedu Obasi, was sich durch Tebers Freistoßtor zum 1:1 (72. Minute) bezahlt machte. Die Hoffenheimer setzten der rustikalen Schalker Gangart nun eigene Härte entgegen. "Das Feuer, das ins Spiel kam, war für uns gut", fand Rangnick.

Die Schalker sahen im Platzverweis von Jones durch Schiedsrichter Peter Gagelmann (57.) die Ursache für den verpassten Sieg. "Ich gehe davon aus, dass wir gewonnen hätten, wenn wir mit elf Mann zu Ende hätten spielen dürfen", zürnte Fabian Ernst. Jones beteuerte seine Unschuld und ärgerte sich über die Hoffenheimer Bank, die "bei jeder Aktion aufgesprungen" sei "und was gefordert hat". Bei Engelaars Platzverweis in der 79. Minute gab es nichts zu fordern. Er war berechtigt.

Autor:  REINHARD SOGL
Datum:  14 | 12 | 2008
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