Die Entscheidung ist gefallen - jedenfalls eine grundlegende Vorentscheidung im Aufsichtsrat der Horst-Schmidt-Kliniken, dem städtischen Klinikum in Wiesbaden. Die HSK-Krankenhäuser in der Landeshauptstadt werden einen Verbund mit dem städtischen Klinikum in Offenbach bilden. Damit soll die Arbeit der beiden kommunalen Häuser mit Maximalversorgung auf eine bessere Basis gestellt werden. Noch nicht dabei: Das städtische Klinikum in Darmstadt und die städtischen Krankenhäuser in Hanau. Allerdings rechnet man in Wiesbaden damit, dass eine Neubewertung der Verbundperspektive - so Stadtrat Detlev Bendel(CDU) - in den beiden Städten nach der Kommunalwahl 2011 erfolgen werde.
Für die HSK-Kliniken liegt ein Fahrplan für den Weg in den Verbund bereits fest. Zunächst müssen die städtischen Gremien zum Vorhaben gehört werden und das Stadtparlament eine Entschlussfassung absegnen. Nach FR-Informationen hat es bereits sondierende Gespräche innerhalb der regierenden Jamaika-Koalition gegeben, die diesen Weg mitmachen will. Schließlich waren auch schon Vertreter der Koalitionsparteien in den HSK-Aufsichtsgremien aktiv mit der Vorentscheidung befasst - zustimmend, wie es heißt.
In ihrer Reihe "Rathausgespräch" hatte die CDU-Fraktion jetzt zu einem Informations- und Diskussionsabend eingeladen. Titel: "Klinikverbund Rhein-Main - Ende oder Zukunft der HSK". Damit wolle man frühzeitig einen offenen Informationsprozess in Gang setzen, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Reinhard Völker, der die Veranstaltung moderierte.
Mit dabei waren neben Klinikdezernent Bendel auch HSK-Vorstand Holger Strehlau und Georg Schulze-Ziehaus, Fachbereichsleiter Gesundheit der Gewerkschaft Verdi in Hessen.
Als Gast kam noch Hans-Ulrich Schmidt, Geschäftsführer des Klinikums in Offenbach, prominent zu Wort. Dass Schmidt nach Wiesbaden kam, kann als ein Indiz dafür gewertet werden, dass der Kooperationsplan schon weit gediehen ist.
Wie wichtig eine Entscheidung noch in diesem Jahr ist, machte Detlev Bendel klar: "Der Verbund duldet keinen Aufschub. Wir haben keine Zeit." Noch deutlicher formulierte es HSK-Chef Holger Strehlau: "Zwei Jahre Diskussion wären der Tod beider Krankenhäuser." Nach seiner Zeittafel ist die Umsetzung der Kooperation in einem Verbund spätestens für den Herbst dieses Jahres geplant. Bendel und Strehlau gaben in der öffentlichen Diskussion auch die Versicherung ab, dass dabei "keine Arbeitsplätze gefährdet sind". Allerdings wolle man Synergien, etwa in der Personalverwaltung oder IT-Technik nutzen und damit auch Kostenreduzierungen erreichen.
Für den Verdi-Gesundheitsfachmann Schulze-Ziehaus ist die Erhaltung der Arbeitsplätze wichtigste Grundlage für eine Zustimmung zum Verbund, der von Verdi durchaus "konstruktiv" begleitet werde. Außerdem müsse die Tarifbindung in beiden Häusern erhalten bleiben. Schulze-Ziehaus machte auf die Spar-Beiträge aufmerksam, die die Arbeitnehmer in Wiesbaden schon jetzt im Rahmen von Sanierungsabsprachen erbracht hätten, "damit die HSK-Kliniken ihre Rechnungen noch bezahlen können".
"Wir gehen im Gleichschritt in Richtung Verbund ", sagte Bendel "Dieser Weg alternativlos!"