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Interview: Ein Stück Zeitgeschichte und Zeitgeist

Produzent Roberto Emmanuele
Produzent Roberto Emmanuele
Foto: Veranstalter

In einem Interview mit dem Produktionsteam des Musicals treffen wir in einem exklusivem Interview die Macher von HOPE. Eine Kombination interessanter Menschen und Persönlichkeiten: Roberto Emmanuele, Geschäftsführer und Kreativdirektor der in Bad Soden ansässigen Firma MOVE GmbH, der die Rolle des Regisseurs und Produzenten des Musicals übernimmt. Randall Hutchins, Autor & Komponist des Musicals aus Michigan/USA. Ebenfalls begegnen wir Axel Benkner, ehemaliger DWS Chef und selbst Musiker, der als Branchenkenner konzeptioneller Berater des Musicalprojekts ist. Außerdem in der Runde der Hauptdarsteller Jimmie Wilson, Sänger und Schauspieler den wir im Stück in der Rolle des Barack Obama erleben.

Wie kamen Sie auf die Idee des Musicals?

Mehr über das Musical

erfahren Sie auf: www.hope-musical.com

Randall Hutchins: Ich glaube an dieser Stelle muss ich beginnen - ja, ich hatte die Idee während des Wahlkampf 2008 - im Prinzip schon recht zu beginn. Der Wahlkampf startete im Januar, ich verfolgte ihn im Prinzip hier von Deutschland aus und war auch zwischenzeitlich mal in den USA. Aber selbst das, was ich hier erlebte - vielleicht auch verbunden mit ein wenig Heimweh, wenn ich mit meiner Familie und Freunden sprach - fand ich spannend und die Stimmung beflügelte mich in der Zeit. Die Menschen hofften alle auf Veränderung für ein besseres Leben und es war ein schönes gemeinschaftliches Gefühl. So dachte ich zu Beginn erst nur an einen Song mit dem Titel Yes We Can und der Song entstand erstmal recht schnell und damit aber auch das Gefühl noch mehr damit zu machen. Gleichzeitig lernte ich 2008 auch Roberto kennen und arbeitete mit Ihm in einer Band die er produzierte und spielte als Musical Director auf einigen seiner Shows. In der Zusammenarbeit sah ich Roberto´s Arbeit und sah dass er ein tolles Auge und Gefühl für das Ganze hat was eine Show ausmacht und vor allem gut macht. Er hat vor allem ein tolles Ohr für Musik und weiss worauf es hierbei ankommt. Gleichzeitig verbindet er das ganze aber auch Visuell sowie auch emotional auf verschiedenen Ebenen zuletzt immer musikalisch und dem richtigen Musikgefühl. Das finde ich gut und wichtig und es mach seine Shows einfach " special"! Inspiriert von diesen Eindrücken Gefühlen habe ich das ganze mit einer Story verpackt und eine Vision aufgebaut. Hier hoffte ich bereits darauf dass MOVE die Show produziert und Roberto inszeniert und als ich ihn dann fragte und ihm meine Idee vorstellte hat es auch geklappt.

Sind Sie auch alle Obama Fans? Welche politische Haltung haben sie - oder das Musical?

Jimmie Wilson: Ich muss dazu sagen, auch ich habe 2008 das erste Mal in meinem Leben gewählt - soviel zu meinem politischem Engagement im Allgemeinen. Aber gerade das ist ja die Faszination an Obama, nämlich was er bei Menschen bewogen hat. Er hat eben aus Nichtwählern - Wähler gemacht, sowie auch die Menschen in seinem Land zur Demokratie überzeugt. Da ich selbst schwarz bin, bin ich sicher auch auf Obama´s Seite - aber nicht nur deswegen denn in Amerika gibt es ja auch nicht allzu viel Auswahl: So kann man sich ja nur zwischen Republikanern auf der einen oder Demokraten auf der anderen Seite entscheiden. So bin ich in jedem Fall grundsätzlich schon eher Demokrat. Aber ansonsten bin oder war ich nicht sonderlich politisch oder politisch engagiert. Ich schaue Nachrichten und bin seit der letzten Wahl nun auch "Wähler", wie hoffentlich die meisten Menschen! Und ich glaube, dass Demokratie grundsätzlich gut und wichtig ist! Obama finde ich vor allem "cool" - er spricht in seiner Art die Menschen weltweit an und bewegt sie. Ich bin natürlich Stolz, eine so große Persönlichkeit auf der Bühne zu spielen.

Roberto Emmanuele: Wir verfolgen mit dem Stück oder dem Musical selbst keinerlei politischen Interessen im eigenen oder gemeinschaftlichen Sinne. Wir interpretieren mit HOPE lediglich als Künstler ein Stück Zeitgeschichte und Zeitgeist des Jahres 2008. Sicher sind wir als Künstler in unserer Natur sensibel und so reagieren wir auch entsprechend auf unsere Umwelt. Es war schön zu sehen, wie in der Gesellschaft mit dem US - Wahlkampf 2008 die Sehnsucht und Hoffnung der Menschen durch Barack Obama geweckt und bewogen wurde. Dieser wirkte ja vor allem zu Beginn in der Gesellschaft sehr positiv und durchdringend. Und davon erzählt auch unser Musical: von den Menschen, die - wie auch Jimmie selbst sagte - von Nichtwählern zu Wählern wurden. Und weiter erzählen wir im Stück auch von "dem Menschen Barack Obama". Seine Figur wirkt in unserer Inszenierung gar nicht besonders auf politischer Ebene, sondern viel eher hautnah und auf emotionaler und persönlicher Ebene. Wir interpretieren mit "HOPE" ein Stück Lebensgefühl mit wirklich erstklassiger Musik, tollen Stimmen und Darstellern! Das Musical stellt als solches vor allem gutes und mitreißendes Entertainment dar! Ich persönlich finde auf anderer Seite den Gedanken und Ansatz sowie die von Obama kommunizierten Visionen einer friedlichen und besseren Welt grundsätzlich als Gedanken erstmal positiv und lobenswert. Wie sich die Obama künftig auf politischer Ebene verhält oder behauptet obliegt uns als Künstler nicht zu beurteilen und ist auch keineswegs unser Thema - das ist nach wie vor Sache der Politik. Für eine bessere oder zu verändernde Welt kämpfen wir als Künstler grundsätzlich schon immer irgendwie auch, so haben wir in der Basis vielleicht etwas gemeinsam, nur kämpfen wir im Prinzip an anderer Front und mit anderen Mitteln - eben mit "Kunst".

Axel Benkner: Natürlich bin ich schon durch meine verschiedenen Positionen in der Finanzwirtschaft politisch engagiert. Bei diesem Musical geht es aber nicht um politische Inhalte, sondern allenfalls noch darum, mit welchen Mitteln es Obama geschafft hat, die Massen zu begeistern. In der Hauptsache geht es mir aber um eine mitreißende Bühnenshow und die Freude, am Gesamtkonzept mitwirken zu können.

Roberto Emmanuele: Und übrigens wird Herr Benkner ja auch wieder mit seiner Band "EDU & THE SHAKERS" bei der VIP-Party zur Premiere beweisen, wieviel Rock´n`Roll er in sich hat, denn er ist ein beachtlich guter Musiker.

Axel Benkner: Die außergewöhnlich guten Sänger zelebrieren die erfrischende Musik von Randall Hutchins mit mehrstimmigen Background-Chören und Tanzszenen, die so locker und perfekt nur die amerikanische Soul- und Gospelprofis beherrschen, die hier auf der Bühne stehen. Der Funke wird überspringen und das soll er auch. Durch das speziell für diese Show entwickelte Mobiliar werden die Zuschauer mitmachen können.

Das "speziell für diese Show entwickelte Mobiliar" - können Sie mir das erklären?

Roberto Emmanuele: Ja auch für uns war das Jahr 2008 auf erfinderischer Ebene inspirierend. Hier kam ich mit meinem Partner Patrick Strese gemeinsam auf die Idee "Trommelstühle" für das Publikum als interaktives Showelement zu entwickeln. Das gesamte Publikum sitzt auf gemütlichen Designerstühlen mit Lehne, die ein echtes Sounderlebnis versprechen! Das ganze Kind haben wir BAFF Musikmöbel genannt und als wir zu Beginn des Jahres, den ersten Prototypen fertig hatten, trafen wir gleichzeitig auf Randall mit seiner Musical-Idee. Irgendwie passte beides prima zusammen! Und so wurde "HOPE", das erste und sogenannte "Interaktiv Musical einer neuen Generation" geboren, bei dem die Zuschauer weltweit erstmalig zum rhythmischen und musikalischen Mitwirken aufgefordert sind. Und dazu singen bei uns noch alle Sänger - Live à cappella dazu. Das ist ein Hammer Sound und auch für das Publikum ein tolles musikalisches Erlebnis. Das Unglaubliche hierbei ist der Beweis, was eine Gemeinschaft von erstmal "nicht Musikern" auf musikalischer Ebene doch erreichen kann. Das ist ein wirklich tolles Erlebnis. Die Pilotprojekte, die wir hierzu bereits umgesetzt haben, waren schon unglaublich und auf die Premiere mit 2.000 Leuten bin ich besonders gespannt.

Wie ist das Gefühl für Dich, Jimmie Wilson, im Musical HOPE den heute mächtigsten Mann der Welt darzustellen?

Jimmie Wilson: Es ist natürlich eine große Ehre und Herausforderung Barack Obama zu spielen und auch auf der Bühne in jedem Fall ein schönes Gefühl! Andererseits versuche ich natürlich als Künstler und Musiker immer am Boden zu bleiben. Wenn ich von der Bühne heruntergehe, werde ich dann schon ziemlich schnell wieder "Jimmie". Aber wie gesagt: Es ist schön, diese Momente als Schauspieler in der Rolle zu genießen!! Vor allem habe ich ja auch eine wunderbare Frau in diesem Stück an meiner Seite: Della Miles, als Michelle Obama. Sie ist wirklich eine unglaubliche Sängerin und die beste Kollegin die man sich wünschen kann. Ich arbeitete ja schon in Michael Jacksons "Sisterella" mit Ihr im Duett. Da war Sie als Sisterella der Star und ich an Ihrer Seite der Prinz - im Prinzip bin ich es ja wieder…

Ist die Geschichte Obama betreffend wahrheitsgetreu nacherzählt oder spielte hier auch eine Portion Phantasie mit?

Randall Hutchins: Es ist natürlich eine Mischung aus Beidem. Natürlich stimmen in der Basis erstmal die Fakten und Eckdaten der Geschichte. Weiter habe ich mir einfach vorgestellt, wie sich der Mensch Obama oder auch Michelle in gewissen Situationen wohl gefühlt haben und so habe hier sicher einige phantasievolle Interpretationen eingebracht. Das Gefühl und die Musik selbst haben mich dann inspiriert mir ein Stück auszudenken. So ist es sicher eine Mischung von Wahrheit, Fiktion und Phantasie. Und das ganze wird hierbei vor allem in einer tollen und bewegenden Show, erstklassigen Leuten und mit "hoffentlich guter Musik" umgesetzt.

Roberto Emmanuele: Halt - hier muss ich nun mal eingreifen - Randall ist ein bescheidener "Tiefstapler" denn er ist tatsächlich ein echtes musikalisches Genie und seine Kompositionen sind unglaublich.

Jimmie Wilson: Ich muss auch dazu sagen - ich habe schon viel gesungen, aber Randall´s Kompositionen sind wirklich wahnsinnig gut!

Axel Benkner: Ich glaube auch, das in dem Musical insbesondere auch die Musik neue Maßstäbe in dem Bereich setzen wird. Andere Musicals haben meist nur 2 tatsächliche Hits, die man sich merken kann. Tolle Songs mit wirklich eingängigen Melodien gibt es in diesem Musical vielzählige.

Randall Hutchins: Ja, und vor allem freut mich die Interpretation des Musicals durch dieses Dreamteams, mit all den klasse Künstlern und Stimmen, die wir dafür gewinnen konnten, sowie auch die tolle Zusammenarbeit und Unterstützung der Firma MOVE und Roberto sowie auch von Axel Benkner- so kann die Show nicht anders als atemberaubend und faszinierend gut werden!

Und während wir uns verabschiedeten gingen schon die Proben im Bad Sodener mediaArt Forum weiter und es war wirklich eine Wahnsinns Power, tolle Stimmen und Ausschnitte des Musicals live zu sehen und zu hören ...

Datum:  10 | 11 | 2009
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