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Iran: Teheran will keine Zeugen

Der Iran hat ein dreitägiges Arbeitsverbot für ausländische Medien in Teheran verhängt. Damit soll verhindert werden, dass über mögliche neue Proteste zum Tag der Studenten in der kommenden Woche berichtet wird. Von Martin Gehlen

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad
Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad
Foto: rtr

Das Internet im Iran wurde bereits am Wochenende heruntergefahren. An diesem Montag ist laut der staatlichen Telefongesellschaft auch das Handynetz abgeschaltet. Alle noch verbliebenen ausländischen Medienleute wurden per SMS informiert, dass ihre Akkreditierungen von Montag bis Mittwoch ausgesetzt sind. Das Regime will keine Zeugen, sollte es beim heutigen "Studententag" landesweit zu Protesten gegen Präsident Mahmud Ahmadinedschad kommen.

Die Revolutionären Garden haben gelernt aus dem 4. November, dem 30. Jahrestag der Besetzung der US-Botschaft. Damals protestierten zehntausende Regimekritiker auf der Straße. Hunderte Handyvideos waren anschließend im Netz zu sehen, die nicht nur Prügelszenen der Garden gegen Demonstranten zeigten, sondern auch aufgebrachte Menschen, die den Obersten Religionsführer Ali Chamenei als Mörder beschimpften.

Am "Studententag" gedenken die Unis jedes Jahr dreier Kommilitonen, die 1953 kurz nach dem Putsch gegen den demokratisch gewählten Präsidenten Mohammad Mossadeq von Geheimpolizisten des Schah erschossen wurden. Mehrere Webseiten der Opposition riefen für heute dazu auf, sich nahe der Teheraner Uni zu versammeln. Die beiden Ex-Präsidentschaftskandidaten Mir Hossein Mussawi und Mehdi Karrubi haben ihre Teilnahme bislang nicht angekündigt. Sie rechneten mit "sehr gewalttätigem Vorgehen" der Behörden, warnten sie auf der Website Mowjcamp.

Autor:  Martin Gehlen
Datum:  6 | 12 | 2009
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