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Katrin Göring-Eckardt: "Ihre Gradlinigkeit wird uns fehlen"

Katrin Göring-Eckardt, Präses der Synode der Evangelischen Kirche, über die Lücke nach Margot Käßmann und den Wunschnachfolger Nikolaus Schneider.

Katrin Göring-Eckardt sitzt der  Synode der EKD vor. Die Grüne  ist ferner Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags.
Katrin Göring-Eckardt sitzt der Synode der EKD vor. Die Grüne ist ferner Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags.
Foto: dpa

Frau Göring-Eckardt, schockiert Sie der Rücktritt von Margot Käßmann?

Ich bin erst mal sehr traurig, vor allem weil Margot Käßmann mit ihrer Gradlinigkeit und Klarheit in theologischen, politischen und gesellschaftlichen Fragen für die evangelische Kirche in Deutschland wichtige Positionen markiert hat. Das wird uns jetzt fehlen. Sie hat mit ihrer Amtsführung sehr viele Menschen wieder für die Kirche begeistert. Mir persönlich geht der Schritt besonders nahe, weil wir beide sehr vertrauensvoll und gut zusammengearbeitet haben.

Was sagt der Vorgang über die Schwierigkeiten von Frauen in exponierten Positionen? Müssen sie perfekter sein als Männer?

Ich hielt manche Kommentare gestern, die ihre Fähigkeit zur Amtsführung anzweifelten, für reichlich abwegig. Das Moderne, das Fortschrittliche des deutschen Protestantismus hat mit ihr besonderes Gewicht bekommen. Auch deshalb tut mir der Rücktritt außerordentlich leid.

Käßmann stand auch für ein politisch engagiertes EKD-Profil. Sie hat ihr Amt dezidiert als Wächteramt verstanden. Wer kann überhaupt in ihre Fußstapfen treten?

Wir haben mit Nikolaus Schneider einen ganz herausragenden stellvertretenden Ratsvorsitzenden, der die Amtsgeschäfte jetzt führen wird. Ich bin sicher, dass er das sehr gut machen wird...

Das klingt nach einem Vorschlag für die Käßmann-Nachfolge...

Ich schätze Nikolaus Schneider sehr.

Die Person Käßmann war nicht nur populär, sie hatte auch schillernde Züge. Müssen wir uns jetzt wieder an das altbekannte Grau in Grau im deutschen Protestantismus gewöhnen?

Ich sehe da kein Grau in Grau, jetzt nicht und auch nicht in Zukunft.

Interview: Ursula Rüssmann

Datum:  24 | 2 | 2010
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