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Kein Babyboom: Zahl der Geburten sinkt wieder

Trotz Elterngeldes sind in Deutschland im vergangenen Jahr weniger Kinder geboren worden als 2007. Statistiker und Familienministerin Ursula von der Leyen hatten dagegen mit einer Zunahme der Geburten gerechnet.

Neugeborene auf einer Säuglingsstation: Die Zahl der Geburten in Deutschland ist weiter gesunken (Archivbild).
Neugeborene auf einer Säuglingsstation: Die Zahl der Geburten in Deutschland ist weiter gesunken (Archivbild).
Foto: Foto: dpa

Wiesbaden. Trotz des Elterngeldes ist die Zahl der Geburten in Deutschland im vergangenen Jahr entgegen den bisherigen Erwartungen zurückgegangen. Wie das Statistische Bundesamt aufgrund vorläufiger Zahlen mitteilte, wurden 2008 in Deutschland 675.000 Kindern lebend geboren.

Das sind rund 8000 oder 1,1 Prozent weniger als 2007, als 683.000 Kinder zur Welt kamen. Vor allem im letzten Quartal lag die Geburtenrate deutlich unterhalb des Vorjahres. Von Januar bis September war die Geburtenzahl noch um 3400 auf 517.549 gestiegen. Das Statistische Bundesamt hatte ursprünglich gar 680.000 bis 690.000 Geburten für das Gesamtjahr prognostiziert.

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) sprach am Dienstag von einem "ungewöhnlichen Einbruch der Geburtenzahlen im letzten Quartal 2008", den niemand habe vorhersehen können. Der vorläufige Anstieg der Statistik von 2007 bis September 2008 und der anschließende Rückgang zeigten, dass der Mut zu Kindern noch "ein zartes Pflänzchen" sei, sagte die Ministerin. Junge Familien bräuchten gezielte Hilfen wie das Elterngeld, verständnisvolle Arbeitgeber und eine gute Kinderbetreuung. "Hier müssen wir einfach noch besser werden", sagte von der Leyen.

Um Paaren in Deutschland die Entscheidung für Nachwuchs zu erleichtern, setzt die Familienministerin auf den Ausbau er Kinderbetreuung bis 2013 und den danach in Kraft tretenden Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für Kinder unter drei Jahren. An die Arbeitgeber appellierte von der Leyen, sie sollten gerade in Krisenzeiten ihre top ausgebildeten Fachkräfte nicht in andere Länder ziehen lassen, wo die Vereinbarkeit von Beruf und Familie schon Alltag sei.

In der Bevölkerungsstatistik erhöhte sich die Zahl der Sterbefälle des vergangenen Jahres um 20.000 gegenüber 2007 (plus 2,4 Prozent) auf 844.000. Damit wurden 2008 rund 169.000 weniger Kinder geboren als Menschen verstarben. 2007 lag die rechnerische Lücke zwischen Neugeborenen und Verstorbenen bei 141.000.

Bei den Hochzeiten gab es im Jahr 2008 einen leichten Anstieg. Die Zahl der Eheschließungen erhöhte sich um 1,8 Prozent auf 375.000 Paare.

Hinsichtlich des endgültigen Jahresergebnisses von 2008 sind laut Bundesamt noch geringfügige Veränderungen der Statistik möglich, da im vorläufigen Ergebnis noch nicht alle Meldungen verarbeitet sind. (dpa/rtr/ddp/afp)

Datum:  7 | 4 | 2009
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