Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Gut möglich, dass dieses Sprichwort den des Deutschen mächtigen Ratsmitgliedern der Europäischen Zentralbank (EZB) nicht mehr aus dem Kopf geht.
Wenn sie sich heute wieder treffen, dürfte das Unwohlsein groß sein. Denn die Not ist groß. Alle Wirtschaftsdaten der vergangenen vier Wochen zeigen, dass die Juli-Zinserhöhung eine krasse Fehlentscheidung war.
Die Konjunkturindikatoren rasseln stärker in die Tiefe, als es die Europäischen Zentralbank unterstellt hat. Sie hat die Dramatik des Abschwungs total unterschätzt. Dagegen nimmt die viel beschworene Inflationsgefahr mit jedem Preisrückgang beim Öl rapide ab. Sie hat zusätzlich die Inflationsgefahren total überschätzt.
EZB-Arbeitslosigkeit
Den letzten traurigen Beleg liefern Auftragseingänge in Deutschland. Sie sind als reine Katastrophe zu bezeichnen, ohne dass man alarmistisch veranlagt sein muss. Der Export bricht in einem nicht gekannten Ausmaß weg. Vor allem die Nachfrage aus Euroland verflüchtigt sich. Das sagt mehr über den Zustand der gesamten Wirtschaftskraft Eurolands aus, als irgendein anderer Indikator. Überall kriselt es. Das bekommt jetzt Deutschland, der Profiteur des Aufschwungs, mit aller Wucht zu spüren.
Nun ist klar, dass die Rezession hierzulande kaum mehr abzuwenden ist, von Spanien, Italien und Frankreich ganz zu schweigen. Spätestens jetzt muss die europäische Öffentlichkeit die Europäischen Zentralbank an den Pranger stellen. Sie hat hochriskant gewettet und verloren. Die Rezession und die wieder steigenden Arbeitslosenzahlen müssen von nun an EZB-Rezession und EZB-Arbeitslosigkeit genannt werden.