Als Folge der massenhaften Tötung von rund 15.000 Küken auf dem Frankfurter Flughafen im November hat das hessische Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft den Transporteur der Küken, Lufthansa Cargo, neue Vorgaben gesetzt. "Wenn es sich künftig abzeichnet, dass der Empfänger nicht zur Verfügung steht, darf der Transport nicht starten", lautet nun die Vorgabe des Wiesbadener Ministeriums an Lufthansa Cargo, sagte Ministeriumssprecher Christoph Zörb.
Wie berichtet, waren die Küken am 28. November von einem mobilen Dienst des Technischen Hilfswerks am Flughafen mit CO2-Gas getötet worden, weil sie nicht weiter zu ihrem Empfänger in Thailand transportiert werden konnten politische Demonstranten hatten den Bangkoker Flughafen blockiert. Bei den Tieren handelte es sich um wertvolle Großeltern-Küken, deren Wert um die 300.000 Dollar betragen haben soll. Sie stammen von einem der weltweit führenden industriellen Zuchtbetriebe, Aviagen in Huntsville USA, und sollten über Frankfurt nach Thailand gebracht werden. Als zuständige Stellen hier kümmerten sich die landeseigene Tierärztliche Grenzkontrollstelle (TGSH) sowie Lufthansa Cargo.
Aus einem internen Bericht der TGSH geht hervor, dass die Küken gesund waren. Zwei mal seien sie überprüft worden. Nach Aussage eines Sprechers von Lufthansa Cargo sei erst bei der Zwischenlandung in Frankfurt klar gewesen, dass die Tiere nicht weiter nach Bangkok gebracht werden konnten. Dass die Küken schließlich sterben mussten, liegt daran, dass kein alternativer Empfänger gefunden werden konnte. Zwar hatte sich zunächst ein niederländischer Abnehmer gefunden. Doch er sprang wieder ab. Unklar ist, ob aus Kostengründen oder weil ihm die Tiere als zu alt erschienen.
In dem Bericht heißt es, dass es "zollrechtliche Probleme" gegeben habe. "Rund die Hälfte der Tiere war trotz der Versorgung mit Wasser und Futter bereits verendet als die Tötung beginnen sollte. Dies war aber irrelevant und auch nicht der Grund für die angeordnete Tötung. Diese lag vielmehr darin begründet, dass kein Abnehmer da war und sich Zustand der Tiere permanent verschlechterte. Es war eine Frage des Tierschutzes", sagt Zörb.
Ein Betrieb in Schaafheim sollte die Tiere töten. Die zuständige stellvertretende Amtstierärztin aus Darmstadt-Dieburg, Christa Wilczek, weigerte sich, dies abzunicken. Wilczek sagt, sie habe angeregt, die Tiere zunächst zu versorgen und nicht übereilt zu töten. Am nächsten Tag dann wurden alle Küken dennoch getötet. Ein neuer Abnehmer war einfach nicht zu finden.