Die Fußballer des 1. FSV Mainz 05 stehen nicht nur in der Tabelle weit oben. Sie wollen künftig auch beim Klimaschutz eine Spitzenposition einnehmen. Die Mainzer haben das Ziel, erster CO2 - neutraler Bundesligaverein zu werden. Dabei spielt ein so genannter CO2-Fußabdruck eine wichtige Rolle. Mit Fußabdrücken musste sich beim Fußball bislang lediglich der Platzwart beschäftigen, der nach Spielende die zerpflügte Rasenfläche wieder auf Vordermann brachte. Ein CO2-Fußabdruck ist dagegen ein Fall für Wissenschaftler. Es handelt sich nämlich um einen umfassenden Energie-Check - im Falle des 1. FSV vom Stadion und der Geschäftsstelle. Den Fußabdruck für den Verein erstellt das Ökoinstitut in Darmstadt.
Auf Basis dieses "CO2-Fußabdrucks" plant der Verein schrittweise, wie er seine CO2-Emissionen vermeiden, reduzieren oder kompensieren kann. Der 1. FSV ist zum Beispiel bereits von konventionellem Strom auf Ökostrom umgestiegen. Dadurch wird der Erdatmosphäre rund 230 Tonnen CO2 pro Jahr erspart.
Auch das Cateringunternehmen des Vereins will einen Beitrag leisten und auf Ökostrom umstellen. Ab Januar 2010 wird zudem ein erfahrener Klimawart seinen Dienst beim Fußballverein antreten. Er wird sich vor allem um die Lüftungsanalage des Vereins kümmern, die als ein wesentlicher Strom- und Wärmeverbraucher identifiziert wurde.
Trainer Thomas Tuchel setzte zusammen mit dem Energiedienstleister Entega vor kurzem eine "Taktikbesprechung Klimaschutz" an. Äußerst interessiert und wissbegierig ließen sich die Spieler drei Stunden lang - unter der Moderation des ZDF-Fernsehmoderators Karsten Schwanke - über die Ursachen und Konsequenzen der Klimakrise informieren. Gemeinsam legten die Kicker dann eine Marschroute fest, wie jeder einzelne zum Schutz des Klimas beitragen kann. Eine besondere Verpflichtung geht der Abwehrspieler Niko Bungert ein. Er wird zukünftig als "Klimabotschafter" für den Verein auftreten.
Das Öko-Institut wird nun in einem nächsten Schritt die Emissionen analysieren, die nicht unmittelbar im Verein entstehen. Hier wird zum Beispiel die An- und Abreise der Fans unter die Lupe genommen werden.
Im Zuge ihres Engagements für den Klimaschutz eröffnen Verein und Entega auch den Fans die Möglichkeit, aktiv das Klima zu schützen: Die Partner planen für 2010 einen speziellen Fan-Ökostromtarif - mit einem gewaltigen Potential, denn die Zahl der Fangemeinde umfasst weit mehr als "nur" die 20.800 begeisterten Anhänger im Bruchwegstadion.
Der Fußballverein und der Hauptsponsor Entega appellierten mit dieser Aktion anlässlich der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen, konkrete und wirksame Maßnahmen zum Schutz des Klimas und der Erdatmosphäre zu ergreifen.