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Mixas Rücktrittsgesuch: Aufatmen in der katholischen Kirche

Erleichterung im Familienministerium und im Zentralrat der Katholiken: Bischof Walter Mixa hat dem Papst seinen Rücktritt angeboten. Er zieht damit Konsequenzen aus den Prügelvorwürfen. Von Iris Hilberth

Walter Mixa zieht den Hut.
Walter Mixa zieht den Hut.
Foto: dpa

Augsburg. Eigentlich hätte am Samstag der Augsburger Diözesanrat seinen Festgottesdienst zum 40. Gründungstag mit Bischof Walter Mixa feiern sollen. So richtig wohl war einigen beim Gedanken daran nicht. Erst Mixas sehr spätes Geständnis, Heimkinder in seiner Zeit als Pfarrer geschlagen zu haben, nachdem er dies zunächst bestritten hatte. Dann die Sache mit dem Geld einer Waisenhausstiftung, das Mixa nicht satzungsgemäß für Wein und Kunstgegenstände ausgegeben haben soll.

Als das Bistum am Donnerstag das Rücktrittsgesuch des Bischofs bestätigte, machte sich im Diözesanrat sowie bei vielen Kirchenvertretern und Politikern Erleichterung breit. Er wolle einen Neuanfang ermöglichen, hatte Mixa an den Papst geschrieben. Die öffentliche Diskussion um seine Person habe die Priester und Gläubigen im Bistum schwer belastet.

Mixas Termine sind nun alle abgesagt. In die Öffentlichkeit drängt es den Bischof, der sich so gerne mit den provokanten Thesen eines erzkonservativen Hardliners zitieren ließ, nun nicht mehr. Er mache erst einmal Erholungsurlaub an einem geheimen Ort, hieß es, um zu seiner inneren Ruhe zurückzufinden.

Dem Amtsverzicht des Bischofs war eine erstaunliche Entwicklung vorausgegangen. Am Samstag hatte sich der Erzbischof von München und Freising, Reinhard Marx, mit Mixa getroffen und spätestens da hätte der Augsburger schon wissen müssen, dass es keinen Sinn mehr macht, an seinem Amt festzuhalten. Marx ist nicht nur der für Augsburg zuständige Metropolitanbischof, sondern auch einer der herausragenden Vertreter des konservativen Flügels. Schließlich rief Marx gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, Mixa öffentlich zu einer Ruhepause auf.

Der Rückzug Mixas von den Ämtern des Augsburger und des Militärbischofs kommentierte Zollitsch am Donnerstag mit den Worten, der Schritt verdiene Respekt, solle aber nicht als Schuldeingeständnis verstanden werden. Bundesfamilienministerin Kristina Köhler (CDU) sagte im ZDF, sie könne die Kritik an Mixa nachvollziehen und habe Respekt vor seinem Schritt. Der Vorsitzende des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, sprach im Bayerischen Rundfunk von einer "persönlichen Tragödie". Lange Zeit hatte Glück sich nicht äußern wollen, nun aber sagte er: "Es ist eine Erleichterung für die katholische Kirche in Deutschland." Ein offener Umgang von Anfang an hätte vielleicht eine andere Entwicklung ermöglicht. Auch Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU), ein ZdK-Mitglied, sprach von "notwendigen Schritten".

Der SPD-Fraktionschef im Bayerischen Landtag, Markus Rinderspacher, nannte Mixas Schritt "mehr als überfällig". Er ist aber überzeugt, dass der Bischof ohne Druck nie dazu bereit gewesen wäre. Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth erklärte ebenfalls, der Rücktritt sei ein "überfälliger Schritt" gewesen, "zu dem erst die deutlichen Worte seiner Bischofskollegen nötig waren". Diözesanratsvorsitzender Helmut Mangold hofft nun, dass Mixas Schritt die Diözese in ein "ruhigeres Fahrwasser" bringe.

Autor:  Iris Hilberth
Datum:  21 | 4 | 2010
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