Berlin. Als Konsequenz aus dem Amoklauf von Winnenden plädiert Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble dafür, Waffenschränke künftig mit biometrischen Sicherungen zu versehen. Es gehe um die Frage, ob sich die Schränke so sichern ließen, dass nur noch Berechtigte an ihre Waffe herankämen, sagte der CDU-Politiker der "Rheinischen Post" vom Donnerstag.
Gleiches gelte für die Benutzung der Waffe selbst. Hier gebe es interessante technische Möglichkeiten, die genutzt werden sollten. Darüber liefen bereits Gespräche mit den Ländern, Sportschützen und Jägern.
"Wir wollen bis zur nächsten Innenministerkonferenz Anfang Juni Ergebnisse haben", kündigte Schäuble an. Sollten dafür Gesetze geändert werden müssen, werde dies noch in dieser Wahlperiode geschehen. Außerdem liefen mit den Ländern seit längerem Gespräche über die Einrichtung eines zentralen Waffenregisters.
Ein 17-jähriger Amokläufer hatte am 11. März im schwäbischen Winnenden und der Umgebung 15 Menschen und sich selbst erschossen. Er benutzte dazu eine Pistole, die seinem Vater gehörte.
Biometrische Sicherungen sind heute in vielen Bereichen gang und gäbe. Laptops etwa erkennen über einen nur wenige Millimeter großen eingebauten Scanner den Fingerabdruck ihres Besitzers und gewähren Fremden keinen Zugriff auf das System.
Seit November 2007 sind auch auf deutschen Pässen zwei Fingerabdrücke gespeichert, um sie eindeutig ihren Besitzern zuordnen zu können und Missbrauch zu vermeiden. Als Zugangskontrolle in Atomkraftwerken wird auch die Gesichtserkennung genutzt. (Reuters)