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Nordafghanistan: Keine Entmachtung der Bundeswehr

Die Internationale Schutztruppe ISAF hat deutschen Zeitungsberichten widersprochen, wonach die USA die Bundeswehr in Nordafghanistan weitgehend "entmachten" wollten.

Amerikanische Soldaten in Afghanistan.
Amerikanische Soldaten in Afghanistan.
Foto: rtr

Kabul. Die Internationale Schutztruppe ISAF hat deutschen Zeitungsberichten widersprochen, wonach die USA die Bundeswehr in Nordafghanistan weitgehend "entmachten" wollten.

"Ganz im Gegenteil", sagte der Chef des Stabes der ISAF, der Bundeswehrgeneral Bruno Kasdorf, am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur dpa. "Das deutsche Kommando im Norden wird verstärkt." ISAF-Kommandeur Stanley "McChrystal denkt gar nicht daran, die Bundeswehr im Norden zu entmachen".

Kasdorf betonte, die US-Soldaten würden im Norden des Landes unter deutschem Befehl operieren. "Diese Kräfte werden dem Regionalkommando Nord unterstellt, das von Deutschen geführt wird." Kasdorf sagte weiter: "Richtig ist, dass wir überall im Lande eine neue Phase beginnen wollen. Dafür ist es auch im Norden erforderlich, dass die Kräfte verstärkt werden." Das geschehe einerseits durch die Deutschen selber, die ihr Kontingent von derzeit rund 4500 Soldaten um bis zu 850 Mann verstärken wollen. Außerdem würden "insgesamt etwa 4500" US-Soldaten nach Nordafghanistan geschickt. "Die Deutschen werden nach wie vor das stärkste Kontingent im Norden stellen, auch wenn die USA nahe aufschließen."

Bei den US-Soldaten, die in den deutschen Kommandobereich entsandt werden, handele es sich vor allem um Ausbilder für die afghanischen Sicherheitskräfte, sagte der General. Außerdem würden etwa "Lufttransportkräfte" in die Region entsandt, die im Norden fehlten. Die "Stuttgarter Nachrichten" und die "Kölnische Rundschau" hatten unter Berufung auf NATO-Kreise berichtet, die USA wollten die schwierige Lage im deutschen Verantwortungsbereich in Nordafghanistan selbst in den Griff bekommen und die Bundeswehr weitgehend "entmachten".

Das Vorgehen der Bundeswehr in Kundus sowie die Entscheidungswege in Deutschland dauerten den Amerikanern zu lange. Da in Deutschland das Parlament die endgültige Entscheidung über Auslandseinsätze treffe und der Einsatz umstritten sei, wolle ISAF-Kommandeur McChrystal keine Zeit verlieren. (dpa)

Datum:  7 | 2 | 2010
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