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Obama-Pressekonferenz: Abmarsch nach 15 Minuten

Einer, der sich nicht drängen lässt: Überraschend kurz geriet die erste Pressekonferenz des künftigen US-Präsidenten Barack Obama. Immherin - die Botschaft ist klar: Ein weiteres Konjunkturprogramm ist überfällig. Von Dietmar Ostermann

Ernste Mienen: Obama und sein designierter Stabschef Emanuel (vorn re., 07.11.2008)
Ernste Mienen: Obama und sein designierter Stabschef Emanuel (vorn re., 07.11.2008)
Foto: rtr

Es war seine erste Pressekonferenz als gewählter Präsident der USA. Drei Tage nach dem großen Triumph stellte sich Barack Obama am Freitag in Chicago erstmals den Fragen der Journalisten. Anderthalb Dutzend Wirtschaftsberater hatten vor anderthalb Dutzend Fahnen Aufstellung genommen. Die Botschaft war klar: "Meine oberste Priorität ist die Frage, wie die Wirtschaft in Schwung kommt, wie sich Jobs schaffen lassen." Ein weiteres Konjunkturprogramm sei überfällig, erklärte Obama.

Wenn die alte Regierung es nicht verabschiede, werde das seine erste Amtshandlung im Januar. Gebraucht werde ein Rettungsplan für die Mittelklasse, das Arbeitslosengeld müsse verlängert, von Immobilien-Insolvenzen bedrohten Bürgern geholfen werden, in ihren Häusern zu bleiben. Es werde nicht einfach, sich aus dem Loch zu graben, in dem man stecke, aber Amerika sei stark und unverwüstlich. "Ich glaube, ein Präsident kann enormen Einfluss haben, deshalb wollte ich Präsident werden."

Aber er ist es eben noch nicht. Deshalb ist dieser mit Hochspannung erwartete Auftritt nach gut einer Viertelstunde auch schon wieder vorbei. Etwas verdutzt sehen sich die Reporter an. Obama winkt noch mal und lächelt. Abmarsch der Berater. Gleich zweimal hat Obama darauf hingewiesen, dass es nur einen Präsidenten gebe - und der bis zum 20. Januar George W. Bush heißt. Obama, das immerhin wird bei dem Kurzauftritt deutlich, geht jetzt genauso bedächtig und überlegt vor wie als Wahlkämpfer. Jeder Schritt wird sorgfältig geplant. Zeitpläne lässt er sich nicht aufdrängen.

Erfordert die Wirtschaftslage nicht schnell eine Entscheidung, wie der künftige Finanzminister heißt? Nein, sagt Obama, er wolle sich nicht drängen lassen. Er wolle mit "bedächtiger Eile" vorgehen, "und ich betone bedächtig und Eile". Wie wird er Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad auf dessen Brief antworten, der angeblich in Chicago eingetroffen sein soll? Erstmal gar nicht. Der Kollege werde eine Antwort bekommen, verspricht Obama. Er sei ja noch nicht Präsident. Hat das Briefing der Geheimdienste, das er jetzt täglich erhält, seine Sicht auf ein internationales Problem geändert? Breites Lächeln. "Wenn es so wäre, würde ich es nicht sagen."

Erfährt die neugierige Nation also gar nichts Neues vom künftigen Präsidenten? Doch. Dass er Abraham Lincoln liest und alle lebenden Vorgänger ihm angeboten haben, ihm im weißen Haus mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Dass sich die Suche nach dem versprochenen Hund für die Töchter Malia und Sasha schwierig gestaltet. Das erste Kriterium der Obamas, einen Hund zu finden, der sich mit den Allergien der 10-jährigen Malia verträgt, muss in Einklang gebracht werden mit dem zweiten Kriterium, dass die Familie ihr Hündchen fürs Weiße Haus eigentlich aus einem Tierheim adoptieren wolle, erläutert der demnächst mächtigste Mann der Welt die Nöte eines Vaters. Allergiefreundliche Rassen gebe es schon, aber selten im Tierasyl. Dort finde man meist gemischte Rassen, "wie mich."

Autor:  Dietmar Ostermann
Datum:  7 | 11 | 2008
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