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US-Präsident Obama warnt Nordkorea: Schluss mit den Provokationen

Für Nordkorea gebe es nur einen Weg für bessere Beziehung, sagt US-Präsident Obama: Das kommunistische Land müsse sein Atomprogramm einstellen. Von Pierre Simonitsch

US-Präsident Obama nimmt das kommunistische Nordkorea erneut ins Gebet.
US-Präsident Obama nimmt das kommunistische Nordkorea erneut ins Gebet.
Foto: dpa

Nach der Freilassung von zwei US-Journalistinnen haben die USA und die Vereinten Nationen Nordkorea zu einer Fortsetzung der Atomgespräche aufgefordert. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon appellierte an das kommunistische Regime, zu den Sechs-Parteien-Gesprächen zurückzukehren.

Nach Ansicht von US-Präsident Barack Obama liegt es nun an der nordkoreanischen Regierung, auch in anderen Bereichen Fortschritte zu erzielen.

Mit Blick auf das Atomprogramm des Landes sagte Obama: "Wir wollen nur sicherstellen, dass sich die Regierung Nordkoreas innerhalb der Grundregeln der internationalen Gemeinschaft bewegt." Ban ließ erklären, er hoffe, dass der Dialog zwischen Nordkorea und den beteiligten Parteien schnellstmöglich wieder aufgenommen werden könne.

Zuvor hatte bereits US-Außenministerin Hillary Clinton die nordkoreanische Führung aufgefordert, an den Verhandlungstisch zurückzukehren: "Sie haben die Wahl." Nordkorea könne "den Weg provokativer Handlungen" weitergehen, sagte sie hinsichtlich der jüngsten Atom- und Raketentests. Dies werde das Land aber weiter isolieren. Die Alternative sei die Wiederaufnahme der Sechs-Parteien-Gespräche.

Emotional überwältigt

Bei seinem mehr als dreistündigen Treffen mit dem Machthaber Kim Jong Il bemühte sich Clinton auch um die Freilassung von Südkoreanern. In Nordkorea werden derzeit noch ein Geschäftsmann sowie die vierköpfige Besatzung eines Fischerboots aus Südkorea festgehalten.

Clinton und die beiden US-Reporterinnen trafen mit einer Sondermaschine auf dem Flughafen bei Los Angeles ein. Die Journalistinnen waren emotional überwältigt. "Noch vor 30 Stunden waren wir Gefangene in Nordkorea", sagte Laura Ling. Dann sei ihnen gesagt worden, sie müssten zu einem Treffen. "Als wir den Raum betraten, sahen wir Bill Clinton. Da wussten wir, dass unser Alptraum ein Ende findet."

UN-Kreise bewerten die Clinton-Mission als eine diplomatische Aktion, um die abgebrochenen Verhandlungen über ein atomwaffenfreies Nordkorea wieder aufzunehmen, ohne dass eine Seite ihr Gesicht verliert.

Bereits 1994 schickte der damalige US-Präsident Clinton seinen Amtsvorgänger Jimmy Carter auf "private Mission" nach Pjöngjang. In Genf standen die Verhandlungen zwischen Nordkorea und den USA still. Eine ernste Krise schien unvermeidlich. Carter vermochte den damals erst kurz amtierenden Machthaber Kim Jong-Il für einen Kompromiss zu gewinnen. Zuvor hatte ihm Clinton zum Ableben seines Vaters Kim Il-Sung kondoliert.

Atomwaffensperrvertrag gekündigt

Zwei Monate später wurde in Genf ein "Rahmenvertrag" unterzeichnet. Nordkorea verpflichtete sich, sein Atomwaffenprogramm einzufrieren und seinen Reaktor in Yongbyon abzustellen. Dieser Meiler lieferte das Plutonium, das die Nordkoreaner zum Bau nuklearer Gefechtsköpfe brauchen. Die USA erklärten sich als Gegenleistung bereit, Nordkorea zwei moderne Leichtwasserreaktoren zur Stromerzeugung zu bauen und die Energielücke durch Erdöllieferungen zu überbrücken. Es war der erste Vertrag zwischen den Staaten, der auf beiderseitigen Zugeständnissen beruhte.

Clinton erntete dafür viel Kritik aus dem konservativen Lager. Sein Nachfolger George W. Bush kündigte den Vertrag wegen angeblicher Verletzungen durch Nordkorea. Die siegestrunkenen Neokonservativen hatten aber den Zusammenbruch des Regimes in Pjöngjang im Visier.

2002 stellten die USA und Japan die Öllieferungen ein. Nordkorea war 1985 dem Atomwaffensperrvertrag beigetreten und hatte mit der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) ein Überwachungsabkommen abgeschlossen. Angesichts der veränderten Haltung der USA kündigte Nordkorea den Vertrag. Die Inspektoren der IAEA erlebten ein Wechselbad: Mal durften sie die Nuklearanlagen kontrollieren, mal wurden sie rausgeworfen. 2006 testete Nordkorea seine erste Atombombe. (mit dpa)

Autor:  Pierre Simonitsch
Datum:  6 | 8 | 2009
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