Frankfurt - Die Halbjahreszeugnisse sind ein Signal für mögliche Fehlentwicklungen, sagt Claudia Raykowski, Vorsitzende des hessischen Schulpsychologen-Verbands. Jetzt gebe es noch die Gelegenheit einzuwirken. Eltern sollten die Zeugnisse ernst nehmen, rät Kultusministerin Karin Wolff (CDU), bei schlechten Noten aber auch nicht überreagieren. Schließlich neigten Lehrer und Lehrerinnen dazu, in den Halbjahreszeugnissen eher die schlechtere von zwei möglichen Noten zu geben - quasi als Warnsignal für das nächste Halbjahr.
Die Schüler und Schülerinnen können in den nächsten Wochen und Monaten noch einiges für bessere Ergebnisse tun. Am einfachsten lässt sich die mündliche Mitarbeit im Unterricht steigern. Wer sich gleich zu Beginn der Stunde einmal meldet, fällt besonders positiv auf. Auch freiwillige zusätzliche Leistungen - wie etwa ein Aufsatz über einen Wochenendausflug - können Lehrer bei der Endnote milde stimmen.
Gut ist es, wenn Eltern, Kinder und Lehrer bei ungenügenden Leistungen miteinander sprechen, um gezielte Abhilfe zu vereinbaren. Für Kinder, deren Versetzung gefährdet ist, müssen die Lehrkräfte ohnehin individuelle Förderpläne aufstellen. Das gemeinsame Lernen und Hausaufgaben machen mit Klassenkameraden kann ebenfalls den Lernfortschritt beschleunigen.
Auch Nachhilfe kann die Resultate verbessern. Sie sollte allerdings nicht zu einer Dauereinrichtung werden - dann nämlich kann sie leicht zu einer Überforderung der Kinder und Jugendlichen führen. Eltern übrigens eignen sich meist denkbar schlecht als Nachhilfelehrer. Das Verhältnis von Eltern zu Kindern ist für eine sachliche Weitergabe von Informationen und die Motivation zum Selbstlernen oft viel zu emotional. Gerade wenn Mütter und Väter dann noch mit Ungeduld auf die in ihren Augen zu langsamen Lernfortschritte des eigenen Nachwuchses reagieren, schlägt die gute Absicht leicht in ihr Gegenteil um. Peter Hanack
Ein Merkblatt zur Nachhilfe gibt es etwa bei der Aktion Bildungsinformation im Internet unter www.abi-ev.de